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Donnerstag, 15. Februar 2018

Dungeons & Dragons Spielrunde: Erwachen

"Bist du verletzt?"
In dem Käfig befand sich ein Zwerg, der sich mir später als Baragor vorstellte. Gerade hatten zwei der unnatürlichen Wächter die Käfigtür geöffnet und ihn angegriffen. Ich war gefesselt an einem Holzpfahl zu mir gekommen und konnte mich rechtzeitig befreien, Baragor im Kampf zu unterstützen. Irgendjemand hatte uns verschleppt. Wer? Wohin? Die Verwirrung in Baragors Augen sagten mir, dass er es ebensowenig wusste, wie ich.

"Es geht."
Meine Kehle war trocken und ich spürte die Anstrengung des Kampfes. Womöglich hatte mich ein Gift oder Zauber betäubt und geschwächt. Baragor trat mit grimmigem Blick aus seinem Käfig. Ich kannte ihn nicht, aber grimmig blickten Zwerge immer drein, allerdings noch mehr, wenn man sie überwältigte und verschleppte. Ich war ebenfalls keineswegs erfreut darüber.

"Wie heißt du, Drachenblütiger?"
"Mein Name ist ..." Ich stockte.

Wie lautete mein Name? Ich wusste es nicht. Die Überraschung, gefesselt in einem Gewölbe zu erwachen, hatte bislang alle Aufmerksamkeit eingefordert. Nun war erstmals Zeit zum Nachdenken, und mir fiel auf, dass ein großes schwarzes Loch anstelle meiner Erinnerung klaffte. "Wer bin ich?" Meine Stimme war zu einem heißeren Flüstern geworden und Panik quoll in mir hoch. Wie konnte es sein, dass ich meinen eigenen Namen nicht kannte? Aus den Schatten trat eine Halbelfe, ebenfalls jemand, der sich befreit hatte und vom Kampfeslärm hergeführt worden war. Sie hatte in den Kampf gegen die Wärter eingegriffen, aber meine Wahrnehmung war noch getrübt. Hatte sie mit dem Bogen in ihrer Hand gescho-

"Volruashtinod", hörte ich mich sagen. "Jindaar Volruashtinod ... Ja, das ist mein Name."
Es war nur ein schwacher Trost, denn mehr wollte mir nicht einfallen. Die Frage, wie die offensichtliche Gefangennahme passiert war, wurde beinahe nebensächlich. Mit bangem Blick sah ich meinen Gefährten entgegen. "Ich weiß nicht, wer ich bin. Ich erinnere mich an nichts."


Nach der Vorbereitung für meine Dungeons & Dragons-Figur kam nun der erste Einsatz der Erinnerungsfragmente in Form von kleinen zusammengefalteten Zetteln. Hinweise zur grundsätzlichen Wesensart stehen noch aus, aber auf der Suche nach der Ausrüstung wurden erste Bruchstücke der Vergangenheit meines Dragonborn Fighters gezogen. Und die schien problematisch zu sein.


Der Raum war spärlich möbliert. Ein Bett, ein Schrank, eine große Truhe und andere Einrichtugnsgegenstände waren in unserem Fackellicht zu erkennen. Alles wirkte wie seit langer Zeit nicht mehr verwendet. Eingestaubt, unordentlich und wenig wohnlich. Dennoch musste hier jemand einmal regelmäßig ein- und ausgegangen sein. Warum? Die Truhe in Übergröße erregte unsere Aufmerksamkeit. Sie war eisenbeschlagen, gut in Schuss - und verschlossen. Zunächst versuchten wir sie mit Gewalt aufzubrechen, kamen aber nicht weiter. Also machten wir uns auf die Suche nach einem versteckten Schlüssel. Unsere Wärter hatten sie möglicherweise zur Aufbewahrung unserer Sachen verwendet. Nach einiger Zeit wurden wir fündig und konnten die Truhe öffnen. Darin befand sich wie vermutet unsere Ausrüstung, achtlos hineingeworfen und durcheinander. Eilig nahmen wir unsere Habseligkeiten an uns, aber als sich meine Finger um den Griff meiner Kriegsaxt legten, durchfuhr es mich. Es war ein Schock und ich schwankte.

"Ich habe furchtbare Dinge mit dieser Axt getan ..." Ich konnte nicht glauben, was mir vor Augen gezerrt wurde. Bilder von einem Tier tauchten auf. Ein Tier, welches in Angst und Pein immer wieder aufschrie, weil ich ihm wieder und wieder Schnitte mit der Axt versetzte. Aber da war noch mehr.

"Meine Familie ... Sie sind alle ... Die Klankriege. Meine gesamte Familie ... ist tot."
"Götter", sagte Nuria, die Halbelfe. "Das ist furchtbar. Aber komm, wir müssen weiter. Wir sind hier nicht sicher!"

Sie hatte recht. Ich begrub den Schmerz, den ich nicht verstand, in mir und folgte schweigend. Die Klankriege. Was hatte es damit auf sich? So sehr ich mich auch bemühte, an mehr konnte ich mich momentan nicht mehr erinnern. Was hatte ich alles mit dieser Axt getan? Ich hatte meinen Gefährten nicht erzählt, dass ich mich bereits vorhin daran erinnerte, als Kopfgeldjäger und Henker tätig gewesen zu sein. Ich war in Gedanken versunken langsamer geworden und Baragor drehte sich um.
"Alles in Ordnung, Drachenblütiger?"

Ich nickte erschüttert. "Womöglich bin ich keine gute Person ..."
 
Pergamentstücke zeigten bruchstückhaft auf, dass hier etwas Dunkles im Gange war. Schwarze Magie, oder gar Blutmagie, um jemanden aus dem Totenreich wieder zu holen? Die laborartige Einrichtung eines weiteren Raumes, sowie versteinerte Wurzeln in den Wänden zeigten, dass hier etwas vorbereitet wurde. Unser Weg führte uns zunächst nicht hinaus, sondern tiefer in die Anlage zu einer tempelartigen Halle. Noch bevor eine genaue Untersuchung gestartet werden konnte, wurden die Schatten lebendig ...

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