Freitag, 8. September 2017

RPG-Blog-O-Quest #24: Charaktere

Nachdem ich über die tolle Aktion RPG-Blog-O-Quest aufmerksam geworden bin, und ich immer Inhalte für meinen Blog suche, möchte ich mich da gern beteiligen. Für mich als Phantastikautor geht Rollenspiel und Schreiben hand in hand, beides unterstützt und trägt sich gegenseitig. Für den Monat September lautet das Thema "Charaktere", welches ich auch stark auf meine schriftstellerische Tätigkeit beziehen kann. Hier sind die Fragen und meine Antworten dazu:

1. Nach welchen Gesichtspunkten und aufgrund welcher Inspirationen baust du deine Charaktere?
Für ein Rollenspiel verwende ich unterschiedliche Herangehensweisen: Für einen Oneshot bzw. eine einmalige Kampagne entsteht die Figur nur oberflächlich mit wenig Background. Bei regelmäßiger Verwendung kann der Hintergrund natürlich wesentlich ausführlicher werden, allerdings habe ich da zumindest beim Rollenspiel mittlerweile so meine Schwierigkeiten. Steckt viel Arbeit in einer Spielfigur, läuft sie selten Gefahr, wirklich aus dem Spiel auszuscheiden. Diese inoffizielle Überlebensgarantie hemmt ein wenig die Spannung, daher gebe ich mittlerweile bei Rollenspielen meinen Charakteren einen soliden, aber knappen Background, der etwas bietet, aber wenn die Figur weg ist, ist nicht stundenlange Arbeit dahin.

Für Romane und Kurzgeschichten sieht das natürlich ganz anders aus. Hauptfiguren gestalte ich ausgesprochen ausführlich, neben dem äußeren Erscheinungsbild erhalten sie einen Lebenslauf von Geburt an. Nebenfiguren bekommen die Kurz&Knapp-Variante davon (ähnlich wie für ein Rollenspiel).

Worauf kommt es mir an? Das reale Leben hat Höhen und Tiefen, Freude und Leid, Erfahrungen prägen, Menschen kommen und gehen und genau das brauchen Charaktere auch, wenn sie plausibel und stimmig sein sollen. Tritt eine Figur in die Geschichte ein, bringt sie ihr ganzes bisheriges Leben mit und innere wie auch äußere Konflikte geben der Figur eine spezielle Note. Zu Beginn meiner Rollenspielzeit habe ich oft Filmfiguren nachgebaut, heute entstehen sie unabhängiger, wobei sich fast nicht verhindern lässt, eine gewisse Ähnlichkeit irgendwo zu finden.

2. Was fällt dir am Leichtesten bzw. am Schwersten beim Charakterbau und warum?
Grundsätzliche Ideen für Figuren zu haben ist für mich meist kein Problem, schwierig finde ich, nicht in die üblichen Klischeefallen zu tappen. Mal etwas Neues, Unbekanntes zu finden, ist nicht so einfach. Ich halte mich hier auch gern an den Grundsatz: "Lieber originell nacherzählt, als schlecht neu erfunden", will heißen, etwas Bekanntes in neuem Gewand und Zusammenhang ist womöglich besser, als auf biegen und brechen etwas Neues erfinden zu wollen. Bei einem Rollenspiel habe ich für gewöhnlich die Werte und Eigenschaften schnell ermittelt (weil die mir zweitrangig sind), dafür kann ich schon mal länger über der "Moral & Verpflichtungen"-Auflistung brüten.

3. Recycelst du gelegentlich Charaktere, die du in einer früheren Runde schon einmal gespielt hast, für neue Runden und warum oder warum nicht?
In die Verlegenheit bin ich schon lange nicht mehr gekommen. Ich denke, ich würde für jede Runde eigene, neue Figuren erschaffen. Jede Spielrunde hat ihren eigenen Spielstil, und dem passen sich auch die Charaktere an. Wenn sehr regellastig gespielt wird, sind optimale Spielwerte, Ausrüsstung, Talente und Fähigkeiten sehr relevant und in die Entwicklung der Figur eingeflossen, in anderen Runden mit mehr Storytelling eben nicht. Außerdem gefällt mir eine gewisse Absprache, wer welche Art von Figur spielt, um Dopplungen zu vermeiden.

Bei Romanen in derselben Welt dürfen durchaus bereits bekannte Figuren "mal durchs Bild laufen", oder sogar eine größere Rolle übernehmen, aber nur, wenn es der Story zuträglich ist. Ansonsten gilt: neuer Roman, neues Personal.

4. Wie stehst du zum Charaktertod? Darf dein Charakter sterben bzw. unter welchen Umständen?
Die Frage habe ich schon fast bei der ersten Frage beantwortet. Früher gefiel mir das ehrlich gesagt überhaupt nicht, heute sehe ich das anders. Gerade der drohende Tod der Figur in manchen Situationen (z. B. ein Kampf, eine Kletterpartie) liefert bisweilen hochspannende Momente. Viele Spielsysteme bieten über Schicksalspunkte die Möglichkeit, einen letzten Ausweg zu erhalten, daher dürfen und sollten hin und wieder aktute Gefahren durchaus auftreten. Die Todesumstände richten sich nach der Spielewelt: Wenn ein Krieger in einer Fantasywelt den Rückzug der Gruppe ermöglicht, oder mit letzter Kraft den Erzfeind besiegt, ehe er dahinscheidet, ist dies sicherlich akzeptabel. Oder bei Call Of Cthulhu schlussendlich dem Wahnsinn anheim zu fallen, passt einfach in das Szenario und erhöht den Druck und das Spielerlebnis für die anderen Spieler.

Bei Romanen entscheide ich meist schon bei der Planung, wer es letztendlich schafft, und wer nicht. Bislang ist es mir noch nicht passiert, dass eine Figur, der Logik der Geschichte folgend, unverhofft dem Tod ins Auge blickt.

5. Was bedeutet Charakterentwicklung für dich?
Charakterentwicklung ist für mich bei meinen Geschichten enorm wichtig geworden. Gerade meine Hauptfiguren sollen sich bisweilen sogar deutlich wandeln und als jemand anderes aus der Geschichte hervorgehen, als sie hineingegangen sind. In welche Richtung sie sich entwickeln ist jedoch völlig offen bzw. von der jeweiligen Geschichte abhängig.

Beim Rollenspielen ist gemäß meinem Spielstil - Schwerpunkt Storytelling - die Entwicklung der Figur ebenfalls sehr wichtig. Hier hat sich auch gezeigt, dass ein eher rudimentärer Background mehr Spielraum, mehr Anknüpfmöglichkeiten bietet, als beispielsweise ein klar definierter Konflikt, der zwar immer noch aktiv ist, aber nichts mit dem aktuellen Abenteuer oder der Mission zu tun hat. Ist man hier noch freier, kann man aktuelle Geschehnisse einfacher aufgreifen und seine Figur damit prägen.

Bonusfrage: Der ___ Charakter, den ich je ____, war ____, weil ____
Der eindrucksvollste Charakter, den ich je gesehen habe, war Heath Ledgers Interpretation und Darstellung des Jokers in The Dark Knight. Ledger hat das Chaos und den Wahnsinn der Figur perfekt widergespiegelt. Auch ohne wirklichen Background zu erfahren ("Möchtest du wissen, woher diese Narben stammen?") funktioniert die Figur tadellos und wirkt auf mich eindrucksvoller, als der muskulöse Batman in dunkler Rüstung. Hinzu kam Ledgers herausragendes Schauspieltalent, mit dem er eine derart intensive Präsenz erzeugte, die den restlichen Cast ungewollt zu Nebendarstellern degradiert hat. Heath Ledgers früher Tod ist ausgesprochen tragisch. Ich bin mir sicher, dass er noch viele weitere unglaublich gute Rollen gespielt hätte.

Donnerstag, 27. Juli 2017

Das war mein Besuch bei der FeenCon 2017

Der Refrain eines bekannten Liedes der Toten Hosen lautet: "An Tagen wie diese / wünscht man sich Unendlichkeit" - genau so ging es mir am 22.07.17, meinem Tag auf der FeenCon 2017 in Bad Godesberg. Die FeenCon gehört zu den großen, alteingesessenen Fantasy-Cons in Deutschland und nachdem es letztes Jahr leider nicht für mich geklappt hat, konnte ich nun meine "Ich-lerne-die-großen-Cons-Kennen"-Reihe abschließen.

Es ist 5:19 Uhr und ich schwinge mich vor dem Weckerklingeln aus den Federn. Mittlerweile bin ich tagestriperfahren und nur mäßig aufgeregt. Fahrt zum Flughafen, Parkhaus, Gate finden, Abflug - es ist angenehm, ein klein wenig Routine zu verspüren. Vom Flughafen Köln/Bonn geht es mit dem Shuttlebus zum Hbf Bonn (ich hab natürlich das falsche Ticket gekauft und überzahlt ...) und von dort mit der Linie U63 zur Stadthalle Bad Godesberg. Mit mir steigt eine Gruppe Personen ein und irgendwie erkenne ich sofort, dass wir dasselbe Ziel haben. Rollenspieler, Fantasyfans, Tabletopper, wir sind einfach ein eigener Menschenschlag. :)

Kurz nach Einlassbeginn

An der Stadthalle Bad Godesberg angekommen hieß es erst einmal anstehen: Der Andrang ist groß und ich bekam eine erste Ahnung von dem Umfang der Veranstaltung. Durch Glück bin ich an der Gästelistekasse gelandet und als Autor mit Lesung bekam ich ein ein Ausstellerbändchen ums Handgelenk. Händler, Künstler, Aussteller, Autoren und Spielrunden warteten auf die Besucher und ich drehte eine erste Orientierungsrunde. Als erstes bin ich Markus Heitkamp über den Weg gelaufen, der bereits startklar an seinem Autorenstand saß. Dann kurzes Händeschütteln am Stand vom Verlag Torsten Low (der es irgendwie schafft, wirklich überall in ganz Deutschland zu sein) und ein Zwischenstopp am Infostand der Con-Orga. Wer zum ersten Mal auf eine Con geht, wird sich über die vielen Tische mit Nummern wundern. Die sind nicht zum Faulenzen, die sind für die Spielrunden, und von denen gab es für mein Empfinden auf der FeenCon unglaublich viele. Im Keller waren unzählige Tische, in der Halle selber auch, sogar im Außenbereich gab es ein großes Zelt mit Tischen. Das war der erste Moment, bei dem ich mir gedacht habe, dass ich mehr Zeit hätte mitbringen sollen ....


Bernhard Hennen, Robert Corvus und tatsächlich ich :)
Die nächste Runde, diesmal nicht am Rand der Halle, sondern rein ins Getümmel durch die Mitte. Wieder traf ich auf bekannte Gesichter: Janika Hoffmann, Fabienne Siegmund und Ann-Kathrin Karschnick, die mit ihrem grünen Kleid nicht zu übersehen ist. Ebenso hier vertreten, trotz Bestsellerstatus ganz unkompliziert mit simplem, schönen Stand: Bernhard Hennen und Robert Corvus. Ungezwungen konnte ich mit beiden plaudern, musste gestehen, dass ich die gestartete Romanreihe der Phileasson-Saga der beiden noch nicht gelesen habe (aber ich kenne immerhin die Story vom DSA mehrfach als Spieler und Spielleiter) und habe mich bei der Vorortabstimmung für "Team Foggwulf" entschieden (sorry, Bernhard).


Dann habe ich den Weg in den Außenbereich gefunden und konnte zwei Dinge nachholen, die ich aus mir heute unerfindlichen Gründen bei der NordCon letztes Jahr nicht geschafft hatte. Zuerst gab es einen spannenden Schlagabtausch mit den Juggern (erst Stangenwaffe, dann Schwert & Schild) und später bei der Zombiecalypse als schlurfender Untoter jede Menge Zombiespaß. Von den Menschen wurde ich nur InGame satt, für das reale leibliche Wohl gab es Catering von der Stadthalle und einen Grillstand. Außerdem gab es auch ein kleines Tavernenzelt mit verschiedenem Gerstengebräu wie Met- und Kirschbier - Der zweite Moment, an dem ich mir gedacht habe, dass ich mehr Zeit hätte mitbringen sollen ...






Um 16 Uhr war meine Lesung (vor mir war Akram El'Bahay dran, einer der PAN-Kollegen), die mir wieder einmal viel Spaß gemacht hat und auch hier blieb die obligatorische Frage nach einem Hörbuch nicht aus. Das Ende meiner Lesung war auch schon das Ende meiner FeenCon, und mit Bedauern musste ich mich jetzt schon wieder auf den Rückweg machen (und habe wieder beim Ticketkauf überzahlt ... Liebe Stadtwerke Bonn, betrachtet es als Spende :)). Leicht hätte ich noch einige Stunden hier verbringen, an Spielrunden teilnehmen und natürlich die abendliche Feuershow bewundern können (ich hätte definitiv mehr Zeit mitbringen sollen).



Fazit:
Schon nach meiner ersten FeenCon kann ich sagen: Eine meiner Lieblings-Cons. Die Location ist sehr gut, das Angebot und die Organisation super, Outdoor-Action, und viel Möglichkeit zu spielen, spielen, spielen. Zudem müsste ich eigentlich einen großen Geldbeutel und leeren Koffer mitnehmen, bei all dem, was ich gerne gekauft hätte ... Ich habe jede Minute sehr genossen und werde sehr gerne wiederkommen - nach Möglichkeit etwas länger :)

Montag, 10. Juli 2017

Leseinszenierung: "Wulferan. Der dunkle Held" bei der FeenCon 2017

von und mit Kilian Braun bei der FeenCon 2017
Samstag, 22.07.17
16 Uhr
Raum Tagungsbüro

„Man sagt, die Guten sterben immer zuerst. Kein Wunder, dass ich noch am Leben bin.“ So spricht der entflohene Gladiator aus Kilian Brauns Fantasybuch "Wulferan. Der dunkle Held" (E-Book-First-Edition, hockebooks Verlag). Der Autor, seit vielen Jahren begeisterter Pen&Paper-Rollenspieler, bietet auf darstellende Art Einblicke in das Abenteuer des etwas unwilligen Protagonisten, der auf seiner Flucht aus der Gefangenschaft in die Verlegenheit gerät, auch einmal etwas Gutes zu tun – und dadurch erkennt, dass er sein bisheriges Leben deutlich ändern muss.

Was ist eine Leseinszenierung?
Die Texte werden szenisch aufgearbeitet, wobei das Lesen mit all seinen Techniken – Artikulation, Stimmvolumen, Tempo, Sprecheinsatz, Stimmfärbung, Atmung – im Vordergrund steht. Dabei wird eine Mischung aus klassischem Lesevortrag und darstellendem Spiel angewandt. (https://de.wikipedia.org/wiki/Leseinszenierung)

Klappentext:
In Armut geboren, als Sklave gedient, als Gladiator gekämpft, und nun auf der Flucht – Wulferans Leben war bisher wahrlich kein Zuckerschlecken. Und das wird sich auch nicht ändern. Die Halbelbenzauberer, Qel’tar genannt, haben ihren besten Kopfgeldjäger, Tyronnimus Tarlin, auf ihn angesetzt. Dem berüchtigten und genialen Großmeister im Zirkel der Jagd gelingt es, Wulferan in eine Falle zu locken. Doch der ehemalige Gladiator entkommt gemeinsam mit der Walküre Kira noch während des Gefängnistransports. Beide teilen dasselbe Schicksal: Sie gehören beide einem fast ausgestorbenen Volk an und beide sind von den Qel’tar geächtet. Kira weiß von einer bevorstehenden Entdeckung der Zauberer, mit der sie sich zu den totalen Herrschern emporschwingen werden. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, ein mörderischer Kampf entbrennt zwischen Wulferan und Tyronnimus. Und während der eine über Truppen und Macht verfügt, hat der andere nur wenige Verbündete auf seiner Seite …
Ein großes Leseerlebnis voll frechem, zynischem Humor für alle Fantasyfans.





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#Lesung #FeenCon #FeenCon2017 #EBook #Fantasy #Phantastik #Autorenleben #Wulferan #DerDunkleHeld

Samstag, 17. Juni 2017

Wie fühlt es sich an?

Ich unterbreche gerade meine Überarbeitung, um für einen konkreten Anlass ein Exposé zu schreiben. Wie fühlt es sich an, so etwas zu Papier zu bringen?

Es ist die Entdeckung einer Geschichte, die zuerst nur diffus durch den Nebel der unendlichen Möglichkeiten schimmert, verheißungsvoll darauf wartend, endlich gefunden zu werden. Mit jedem Wort, jedem Absatz und jeder Seite wird sie deutlicher, mit jeder Überarbeitung klarer und präziser. Sie offenbart unbekannte Orte, spannende Personen und dramatische Wendungen. Wenige zusammenfassende Worte zeigen auf, was später den Leser auf eine Reise mitnehmen wird, eine Reise durch eine Geschichte, die ihn unterhält, packt und berührt, über die er nachdenkt und entzückt und traurig zugleich ist, wenn die letzte Seite gelesen wurde.

Nie sind alle Geschichten erzählt, nie ist etwas unmöglich, und keine Welt ist zu fern, als dass ich sie nicht erreiche - und zu euch bringen kann :)

Bildquelle: pixabay.com

Mittwoch, 7. Juni 2017

Die Saga geht weiter ...

Seit kurzer Zeit ist es amtlich: Die Qel'tar-Saga geht bei hockebooks E-Book-Verlag weiter!
Wann? Wenn alles klappt, wird Band 2 noch 2017 erscheinen.




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Sonntag, 14. Mai 2017

Textschnipsel Horror-Kurzgeschichte

Ich befasse mich gerade mit einer Kurzgeschichte im Horror-Genre, das Motto lautet: "Auf Lovecrafts Spuren".

Hier ein Textschnipel:


Wie geht es weiter?

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Freitag, 28. April 2017

2. Branchentreffen des Phantastik-Autoren-Netzwerk e.V.

"Am 20.04. war es wieder soweit: bla bla bla ..." - langweiliger kann man einen Bericht über eine Veranstaltung nicht anfangen. Da muss etwas anderes her. Der Phantastik-Autoren-Netzwerk e.V. befindet sich im zweiten Jahr seit der Gründung und hat vom 20. bis 22.04.17 auf dem Campus des GLS Sprachzentrums in Berlin zum zweiten Branchentreffen geladen. "Größer, toller, phantastischer" war nicht das Motto, sondern "Per Anhalter durch die Phantastik - inhaltliche und mediale Grenzen überschreiten" und da ich beim ersten Branchentreffen nicht dabei war, kann ich nicht sagen, ob es größer, toller und phantastischer war, für mich war es schlichtweg groß, toll, phantastisch. Punkt.

Es ist Donnerstag, 20.04. ca. 6:25 Uhr, mein Abreisetag. Als ich meine E-Mails nochmal kurz checke, fällt mir fast das Handy aus der Hand. Um 3:36 Uhr hat AirBerlin meinen heutigen Flug um 10:40 Uhr abgesagt. Hach, es geht doch nichts über eine zeitnahe Informierung des geschätzten Kunden. Hektisch wähle ich die angegebene Servicenummer aus der Do-not-reply-E-Mail. Nach 20 Minuten in der Warteschlange (vermutlich umringt von allen anderen von Flug AB 6188) kann mich ein immerhin kompetenter und freundlicher Hotlinemitarbeiter auf den Flug um 8:40 Uhr umbuchen. Super! Jetzt muss ich nur noch meine liebe Frau aus dem Bett scheuchen, sie dazu motivieren, sich innerhalb von 5 Minuten anzuziehen, damit sie mich noch vor der Arbeit zum Flughafen MUC fahren kann, denn mit den öffentlichen Verkehrsmitteln schaffe ich es niemals. Sie war verständlicherweise über die Maßen begeistert, hat aber Gas gegeben und all das gemacht (dafür sollte es die Ehefrau-mit-anstrengendem-Autorenehemann-Verdienstnadel in Bronze geben). Um 8:10 Uhr war ich am Flughafen, bin durch die Sicherheitskontrolle gestolpert und quasi gleich ins Flugzeug. Na also, was soll die Aufregung? Hat ja super geklappt, ab jetzt mache ich das immer so.

Es ist ca. 11:23 Uhr und ich komme am GLS Campus in Berlin an. Fleißige PAN-Helfer sind im Foyer schon zugange und bauen den Akkreditierungsbereich für das Branchentreffen auf - ich war ehrlich beeindruckt. So sieht gute Organisation aus, und - Achtung Spoiler - mein erster Eindruck hat mich nicht getäuscht: Das ging die drei Tage so weiter. Ich schüttele anfangs noch etwas eingeschüchtert Hände, versuche krampfhaft mich daran zu erinnern, wen ich schon in der Phantastik-Autoren-Lounge auf der Leipziger Buchmesse getroffen habe und vor allem wie die Person hieß. Ein Hoch auf die Namenschilder! Eilig mache ich mir meines an den Pulli und stelle Stunden später im Spiegel fest, dass es schief und zu tief hängt. Kilian, du bist ein echter Profi.

Der Donnerstag war der Workshoptag und zuerst habe ich mir etwas über Gamewriting angehört (Falko Löffler hat das wunderbar kurzweilig und interessant vorgetragen), dann ging es für mich zum Thema "Schreiben einer Schwertkampfszene". Schwertkampf? Kann ich. Naja, so ein bisschen, ist schon eine Weile her. Aber Susanne Pavlovic, Autorin und Lektorin, hat nicht nur Ahnung vom Schwertkampf, sondern auch vom Schreiben. Ihre Tipps waren super, das vorbereitete Handout noch supererer. Dann folgte eine Diskussionsrunde "Von der Storyidee zum phantastischen Audio-Entertainment", der zu folgen ebenfalls sehr informativ war (Hörbuchsprecher haben auch live eine verdammt geile Stimme, das muss man mal so sagen). Für den Abschluss des Tages war "Networking XXL" in der Pizzeria Due Forni organisiert, die sich aus platztechnischen Gründen panisch gegen einen verfrühten Einfall der Autoren/Lektoren/Blogger/Verleger-Meute vor dem Reservierungstermin um 20 Uhr gewehrt haben. Gute Pizza und gute Gespräche, so kann ein Tag enden.

Freitag und Samstag folgten Impulsvorträge, Diskussionsrunden und in den Pausen neben hervorragendem Catering auch Networking-Möglichkeiten nonstop. Ich habe mich am Freitag der "PAN17-Twittertaskforce" angeschlossen, nachdem ich von Ann-Kathrin Karschnik als Twitter-Padawan aufgenommen wurde. Ja, es hat dann mit dem livetwittern besser geklappt als ich dachte und wenn ich richtig gesehen habe, war #PAN17 lange auf Platz 2 der DE-Hashtag-Trends. Yay! Am Abend gab es Lesungen von Christian von Aster und Luci van Org als zweites Gipfeltreffen der Phantastik. Christians Vortrag der Koboldgeschichte war phänomenal.





Ich kann gar nicht alles aufzählen, was ich an Ideen, Impulsen, Kontakten und netten Gesprächen mitgenommen habe. Als es am Samstag viel zu schnell auf meine Abreisezeit zuging und ich mich von liebgewonnenen Menschen verabschieden musste (also allen), war mir dann doch ein wenig schwer ums Herz (was ich mir natürlich nicht anmerken lassen wollte). Es kann doch nicht schon vorbei sein?! Ich hab doch noch längst nicht mit allen gesprochen!


Drei Tage in der PAN-Branchentreffen-Welt waren wie ein kleiner Urlaub und das Branchentreffen 2018 in Köln ist jetzt schon bei mir im Kalender ein Pflichttermin. ;)

#PAN17 #PAN18

PS: Hatte ich erwähnt, dass ich warum auch immer ein Hotelzimmerupgrade vom Einzelzimmer auf ein Vierbettzimmer erhalten hatte? Ich dachte, dass passiert immer nur anderen ...


Text: (c) Kilian Braun 2017
Bilder: kosten- und rechtefreie Fotos vom PAN e.V.; letztes Bild (c) Kilian Braun 2017

Sonntag, 19. März 2017

Kilian spielt: "Winter der Toten"

Die Spielebox
Darum geht's:
Überlebende einer Zomie-Apokalypse haben sich in einer entlegenen Kolonie zusammengefunden und versuchen nicht nur dem strengen Winter, sondern auch den umherschlurfenden Zombies zu widerstehen. In "Winter der Toten", einem Spiel von Plaid Hat Games (Game Design Jon Gilmour und Isaac Vega, Artist Fernanda Suarez), übernimmt jeder Spieler zu Beginn die Rollen von zwei Überlebenenden und alle versuchen, ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Alle? Nicht unbedingt: Möglicherweise befindet sich unter den Überlebenden ein Verräter, der alle ins Verderben stürzen will ...


Gaming Experience:
Exemplarischer Spielaufbau
Die Handlungsmöglichkeiten und der Ablauf des Rundenendes sind auf den Spielertableauts übersichtlich aufgeführt, sodass man hier stets vor Augen hat, welche Aktionen durchgeführt werden können. Die gesamte Spielmechanik ist funktionell und schlicht, was eine unkomplizierte Spielbarkeit gewährleistet. Die Spielanleitung ist da hingegen stellenweise etwas umständlich, wenn einzelne Sachverhalte nachgelesen werden müssen, kann das leider auch etwas länger dauern, bis
man die Stelle gefunden hat. Die Vielzahl an verfügbaren Pesonen sowie die Gestaltung der Gruppenziele ist absolut gelungen, genaueres hierzu gibt es in meinem Fazit-Video. Und wenn es doch als zu einfach empfunden wird, gibt es jedes Gruppenziel auch in der Hardcore-Variante ...





Aktionswürfel, Infektionswürfel
Notorische "Schlechtwürfeler" müssen keine Sorgen haben, denn bei "Winter der Toten" ist Würfelglück nicht ausschlaggebend. Aktionswürfel können u. U. modifiziert werden, aber es ist eigentlich immer möglich eine relevante Handlung auszuführen, da es Aktionen gibt, die nur einen Würfel unabhängig von der erwürfelten Zahl verbrauchen. Entscheidend jedoch ist der Infektions-Würfel, der normalerweise für jede Reise und jeden Kampf gewürfelt werden muss, was der Spannung ausgesprochen zuträglich ist. Im besten Fall passiert dem Überlebenden nichts, aber er kann auch verletzt werden, eine Wunde erleiden oder sogar gebissen werden. Dann stirbt er - und die Infektion breitet sich an dem betroffenen Standort aus.


Spielmaterial
Marker



Ein Spieler-Setup mit Startspieler-Marker


Wer tatsächlich einmal keine Spielfigur mehr haben sollte, scheidet nicht aus dem Spiel aus, sondern darf neue Charaktere ziehen und wieder mit einsteigen. Auch derjenige, der die Rolle des Verräters übernimmt, kann, auch wenn die anderen Spieler ihn in die Verbannung geschickt haben, weiter am Spiel teilnehmen. Schön ist also, dass nie ein Spieler vorzeitig die Partie verlassen muss und zum zuschauen verdonnert wird.


Verräterkarten
Das Artwork ist hochwertig und stimmungsvoll, generell wurde auch viel Wert auf Atmosphäre gelegt. Die Mechanik der Schicksalskarten ist in meinen Augen ein besonderes Highlight am Rande, wie sie funktionieren, erfahrt ihr auch im Fazit-Video. Wie jedes kooperatives Spiel lässt es sich auch alleine spielen, auch die Option auf einen Verräter lässt sich bei Bedarf herausnehmen. Mittlerweile gibt es auch eine sogenannte stand-alone Expansion: "Winter der Toten - Die lange Nacht", die ich jedoch (noch 😊) nicht kenne.





Fazit:




Kennt ihr "Winter der Toten"?
Wie sind eure Erfahrungen mit dem Spiel?
Schreibt mir in den Kommentaren :)


Weitere Spielberichte:



Bilder + Text (c) Kilian Braun 2017
"Winter der Toten" ist ein Spiel von Plaid Hat Games; alle Rechte vorbehalten

Freitag, 24. Februar 2017

Aktion der Leipziger Buchmesse

Hier ist mein Beitrag zur Aktion "Autorenselfie" der Leipziger Buchmesse - wäre klasse, wenn ihr für mich votet!

Tja, ähm ... was soll ich sagen? Wie macht man von sich 
und einem eBook ein Foto? Irgendwie so vielleicht?

Sonntag, 12. Februar 2017

Nachdem mich eine Erkältung einige Tage außer Gefecht gesetzt hat, bin ich nun wieder auf den Beinen und fleißig an den Tasten. Der erste Entwurf der Sci-Fi-Story ist fertig und jetzt kommt der Feinschliff. Außerdem bin mir noch unsicher, ob die Erzählreihenfolge funktioniert. Zuerst hatte ich ein wenig Schwierigkeiten, den Inhalt zu fixieren, lustigerweise kam mir jetzt ganz nebenbei und ohne Mühen gleich die nächste Idee. Bis zur Weiterbearbeitung des aktuellen Manuskipts ist noch ein wenig Zeit, vielleicht sollte ich den Schwung ausnützen und hier gleich weitermachen ...;)

Freitag, 27. Januar 2017

Immer alles super?

Immer nur alles super, bestens, großartig? Eine Erfolgsmeldung jagt die andere? Stimmt nicht, unerfreuliche oder enttäuschende Momente werden nur selten gepostet, und schon entsteht ein verzerrtes Bild. Daher jetzt mal ein wenig Gegengewicht in die Waage :)

Hier sind zwei Absagen von Veranstaltern (natürlich anonymisiert), die ich für eine Lesung angeschrieben hatte. Beide Events gehören nicht unbedingt zur Fantasy-Convention-Szene, daher war mit Absagen zu rechnen, trotzdem fand ich es schade:

Absage 1:

Hallo Herr Braun, danke für ihre Anfrage.

Eine Lesung passt allerdings nicht zu unserer Veranstaltung, daher muss ich leider absagen.

mit freundlichen Grüßen
[Name]

Absage 2:

Sehr geehrter Herr Braun,

vielen Dank für Ihre Anfrage.
Aber man kann sich nicht für eine Veranstaltung bei der [Veranstaltungsname] „bewerben“.

Mit besten Grüßen
[Name]

Sonntag, 22. Januar 2017

Kilian spielt: "X-Wing Miniaturenspiel"




Mit Manöverrädern werden die Flugbahnen für jedes Schiff
pro Runde festgelegt. Die Spielmatte mit Weltraummotiv
gibt es als Zubehör extra zu kaufen.

Darum geht’s:
Fantasy Flight Games ist im Besitz der Lizenz für Miniaturenspiele, Kartenspiele und Rollenspiele im Star-Wars-Universum und hat im September 2012 mit der Veröffentlichung von X-Wing begonnen. Beim X-Wing Miniaturenspiel treten 2 Spieler gegeneinander an und verkörpern eine der drei wählbaren Fraktionen: Imperium, Rebellen oder Abschaum/Gesetzlose. Jeder Spieler kontrolliert Raumschiffe aus der gewählten Fraktion und stellt sich für jedes Spiel seine Flotte daraus zusammen. Ziel ist es, den Gegner auf einer festgelegten Spielfläche (meist 90x90 cm) mit geschickten Flugmanövern und Feuerkraft zu zerstören. Alternativ dazu gibt es verschiedene Szenarios, die ein ergänzendes Spielziel vorgeben, wie z. B. das Begleiten und Beschützen eines Senators. 



Zwei TIE-Fighter und ein M3-A-Abfangjäger sind einem YT-Frachter der Rebellen dicht auf den Fersen

Gaming Experience:
In den Sichtfenstern sind normalerweise
die Flugzeuge zu sehen

Auch ein Tabletop-Neuling wie ich einer war, kann hier schnell und leicht einsteigen. Mit der Grundbox (mittlerweile in zwei Varianten erhältlich), erhält man einen X-Wing sowie zwei TIE-Fighter und kann sofort losspielen. Mit zahlreichen Erweiterungen, sogenannten Expansionswellen, kann die eigene Flotte stetig vergrößert werden. Hier erwirbt man nicht nur ein neues Schiff, sondern auch verschiedene Ausstattungskarten, die wiederum auch bei anderen Schiffen Verwendung finden können. Besitzt man im Laufe der Zeit eine ordentliche Auswahl, muss vor jeder Partie festgelegt werden, mit wie viel Kommandopunkten gespielt wird. Jedes Schiff bzw. jeder Pilot kostet Kommandopunkte, ebenso die Ausrüstungskarten. Die Höhe der Kommandopunkte gibt auch die Dauer einer Partie vor: 30 bis 40 Kommandopunkte dauern etwa 30 Minuten, ca. 100 Kommandopunkte bis 2 Stunden.

Rebellenflotte
Der E-Wing (oben) hat bereits
zwei Treffer einstecken müssen
Imperiumflotte
Bei Treffern werden
erst Schildmarker
(blau) entfernt
Ganz unten liegen zwei Regelkarten, die einen Sachverhalt kurz und kompakt erklären
Die Modelle sehen großartig aus, sind komplett zusammengebaut und bemalt (und können also auch dekorativ in der Vitrine stehen). Die geheime Flugplanung mit Manöverrädern für jedes Schiff verleiht dem Spiel eine spürbare taktische Komponente, gleichzeitig ein Spannungselement, ob man bei der Gegnereinschätzung richtig gelegen hat. Beim Angriff und Ausweichen kommen entsprechende Würfel ins Spiel und immer wenn gewürfelt wird, entscheidet letztendlich auch einfach Glück oder Pech. Das kann bei allen vorherigen Bemühungen bei der Flottenzusammenstellung und Flugplanung durchaus hin und wieder frustrierend sein, trägt aber wegen der völligen Unberechenbarkeit auch zur Spannung bei.


Ausweichwürfel (grün) und Angriffswürfel (rot)
 
Fazit:
Auch wenn man kein routinierter „Vollblut-Tabletopper“ ist, aber das Star-Wars-Universum mag und gerne kompetitive Spiele spielt, ist man mit dem X-Wing Miniaturenspiel gut beraten. Die Grundbox gibt es zu einem erschwinglichen Preis, wie weit man dann noch in das Spiel investieren will, bleibt jedem selbst überlassen und ist völlig zwanglos. Nennt man eine größere Schiffsauswahl sein Eigen, vervielfachen sich die Kombinationsmöglichkeiten und erhöhen den Wiederspielwert spürbar. Selbst nach einer grandiosen Niederlage fühlt man sich animiert, es noch einmal mit einer anderen Flottenzusammenstellung zu versuchen. Fly casual!
 
Manöverschablonen, Schussreichweitenmesser und
das Schadenskartendeck


Tipp: Für die zahlreichen Marker eignet sich zur Aufbewahrung
ein Kleinteilebehälter für Schrauben etc. aus dem Baumarkt

EDIT 31.01.17:
In der ersten Version des Spieleberichts stand, dass Schiffe aus der Fraktion "Abschaum/Gesetzlose" sowohl bei Rebellen als auch beim Imperium mitfliegen können. Das stimmt nicht, die Fraktionen dürfen grundsätzlich nicht gemischt werden. Allerdings kann hier eine Hausregel Abhilfe schaffen. Das Spiel ist übrigens ab 14 Jahre, spielt man allerdings mit nur ganz einfachen Schiffen ohne Sonderfähigkeiten und Ausrüstung und lässt einfach die empfindlichen Modelle weg (und verwendet nur die Standfüße) ist das Spiel auch für Kinder ab 10 Jahren gut geeignet!
 
Bilder + Text (c) Kilian Braun 2017
X-Wing ist ein Spiel von Fantasy Flight Games; alle Rechte vorbehalten