Dienstag, 25. Oktober 2016

Buchmesse-Convention / Frankfurter Buchmesse




Ich schreibe mittlerweile schon über fünfzehn Jahre, aber so viel unterwegs wie dieses Jahr war ich noch nie. Eigentlich war ich bzgl. der Schriftstellerei noch überhaupt nicht unterwegs, und dieses Jahr sind es gleich einige der namhaften Veranstaltungen in der Fantasy-Szene geworden: Marburg-Con, Roleplay-Convention, NordCon und nun vergangenes Wochenende die renommierte Buchmesse-Convention, die nun schon zum 31. Mal parallel zur Frankfurter Buchmesse stattfindet. Wie überall war ich zum ersten Mal dort und durfte auch gleich mit einer Lesung am Programm teilnehmen.




Man merkt gleich, dass die Veranstalter schon auf mehrjährige Erfahrung zurückblicken. Das Orga-Team leistete ganze Arbeit. Auffallend war, dass selbst ich als unbekannter Autor sehr professionell mit meinem Lesungsprogrammpunkt umsorgt wurde - sehr schön! Vorher war noch Zeit für einen ersten Rundgang und es dauerte nicht lange, ehe ich bekannte Gesichter sah: Die Veranstalter von der Marburg-Con waren auch hier und ich konnte mein Belegexemplar von der Herbstausgabe des Vereinsmagazins entgegennehmen, zu dem ich eine Kurzgeschichte beigesteuert hatte.
 


Um 11 Uhr eröffnete ich die Lesungen im Transporterraum, übrigens nur eine von insgesamt sieben Programmschienen, die die BuCon zu bieten hat. Nachdem es mir noch gelungen war, den ein oder anderen Unentschlossenen hereinzulotsen, konnte ich starten. Jede Lesung läuft immer ein bisschen anders und bietet manchmal auch eine Überraschung.
Marburg-Con: Sprudelwasser als Getränk (ganz ungünstig, ein Schluck davon und ... ihr wisst schon)
Roleplay-Convention: Die Zuhörer verstehen mich dank der Tontechnik gut, ich höre mich dafür selber kaum, was mich permanent verunsichert hat
Buchmesse-Con: Als ich mich mitten im Vortragen das erste Mal gegen den kleinen Tisch lehnte, musste ich feststellen, dsas der vier Rollen als Füße hatte und freudig nachgab ... Ich habe versucht, die kurze Verunsicherung darüber in die Textstelle mit einzubauen und danach tunlichst auf Schieb- und Ziehbewegungen verzichtet. Wieder einmal wurde meine Lesung mit vielen lobenden Worten bedacht, eine Druckausgabe von "Wulferan. Der dunkle Held" zum direkten Mitnehmen sehnlichst vermisst und ich wurde aufgrund meiner darstellerischen Art gefragt, ob ich denn sonst Theater spiele. Nein, tue ich nicht, aber ich habe mich sehr über das Lob gefreut!

Der restlichne Tag stand nun zur freien Verfügung offen und da ich diesmal meine liebe Frau Gemahlin sowie meinen jüngeren Sohn dabei hatte, konnten wir uns gemeinsam alles in Ruhe anschauen. Zahlreiche Aussteller hatten ihre Bücher griffbereit präsentiert und mein Rucksack wurde mit jeder Stunde schwerer. Etliche Lektüren sowie zwei Hörbücher wanderten dort hinein.

Um 15 Uhr hatte ich mir noch den Lesungs-Workshop von Thommy Krappweis vorgemerkt und fand mich daher pünktlich im Raum Deep Space 5 ein. Nur wegen meines rechtzeitigen Erscheinens konnte ich einen Sitzplatz ergattern, denn schnell wurde der Raum inklusive Stehplätze komplett voll. Erst später bzw. währenddessen ist mir klargeworden, dass Thommy Krappweis einmal zum RTL-Samstag-Nacht-Ensemble gehört hat, einer Comedyshow aus den Neunzigern, die ich geliebt habe. Entsprechend lief auch sein Vortrag: Ich habe mindestens genauso viel gelernt wie auch gelacht. Es war einfach großartig und ich habe viele Ideen mitnehmen können. Entscheidenste
Erkenntnis: Bei meinen Lesungen habe ich bereits festgestellt, dass ich lieber mit Micro lese, konnte aber nicht sagen, warum. Jetzt weiß ich es und die nächste Anschaffung wird ein Micro + tragbarer Lautsprecher sein.

Danach haben wir zu unserer großen Freude gleich Bernhard Hennen getroffen, denn wir hatten extra unsere Ausgabe von "Die Elfen" mitgenommen. Gern hat er es signiert und noch ein paar nette Worte mit uns gewechselt. Ich hatte ihn bereits bei der RPC in Köln kurz getroffen und habe auch beim zweiten Mal festgestellt, dass er ein sehr angenehmer Mensch ist. Nachdem unser Söhnchen bis jetzt tapfer durchgehalten hatte, wurde es ihm nun doch ein wenig zu viel und wir haben uns auf den Heimweg gemacht, schließlich stand für den Sonntag noch die Frankfurter Buchmesse auf unserem Wochenendprogramm.


Kaum auf der Autobahn ließ uns ein klapperndes Geräusch aufschrecken und rechts ranfahren. Eine Schraube hatte sich spontan entschlossen mitzufahren und in den linken Hinterreifen gebohrt - "Der Moment, in dem du feststellst, dass ein Ersatzrad dabeizuhaben gar keine schlechte Idee ist ..." Platt war er nicht und schien auch keine Luft zu verlieren, also sind wir erst einmal vorsichtig weitergefahren. Der später herbeigerufene ADAC konnte nicht sicher sagen, ob der Reifen nach Entfernen der Schraube noch geflickt werden konnte, mit Schraube war er immerhin dicht. Auch für ca. 400 km Heimweg?


Am Sonntag ging es erst einmal mit bereits vollgepacktem Auto auf die Frankfurter Buchmesse. Schon beim Einfahren ins Parkhaus wurde klar, dass man hier nicht alleine unterwegs sein würde. Zitat Bernhard Hennen: "Sie wissen schon, was Sie sich da antun. Da  können Sie sich in Halle 3 nur noch schwimmend fortbewegen." Er sollte recht behalten ... Es war kurz nach Öffnung schon voll und wurde mit jeder Stunde noch voller. Nach einem kurzen Abstecher in Halle 6, die Halle der Literaturagenturen (ich hatte keinen Termin, wollte aber wenigstens mal sehen, wo u. A. die AVA international tätig ist), haben wir uns, wie gefühlt so ziemlich alle anderen Messebesucher auch, auf Halle 3 konzentrieren. Ich staunte über meterlange Warteschlangen vor den Signiertischen und die unfassbar vielen verschiedenen Bücher von den Ausstellern, die alle darauf hofften, einen Leser/eine Leserin zu finden. Ich habe es noch geschafft, zu einem Vortrag über Social Media im Buchmarketing zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, der andere ausgesuchte Programmpunkt war weder auffind- noch erreichbar. Sei's drum, wir haben uns so gut es ging umgesehen und dann doch recht bald auf den Heimweg gemacht. Wir mussten ja eine eventuelle Reifenpanne mit einkalkulieren ...

Um es kurz zu machen: Vier Stunden Bangen und Hoffen, aber der Reifen hat gehalten, auch wenn die A7 eine reine Buckelpiste ist und ich jeden Moment mit einem ausbrechenden Heck rechnete. Nächstes Jahr wieder? Die BuCon auf jeden Fall, nur die Schraube im Reifen muss nicht mehr sein ;)

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