Sonntag, 19. Juni 2016

Bericht von der NordCon2016





Hamburg liegt ja bekanntlich im Norden, daher ist es wenig verwunderlich, dass dort die jährliche Convention für fantastische Spiele und Literatur schlichtweg „NordCon“ heißt. Mit einer Zusage für eine Lesung als Programmpunkt bekam ich die Gelegenheit, das heimatliche Bayern wieder einmal an einem Wochenende zu verlassen. Bereits am Freitag bin ich angereist, da ich zum Start der Veranstaltung am Freitag Abend mitgebrachte Plakate aufhängen durfte. Zudem hatte ich mir vorgenommen, den Freitag für eine erste Orientierung auf dem Gelände zu nutzen, schließlich war es ja meine erste NordCon. Und tatsächlich bin ich bestimmt zwei Stunden mit Programmheft in der Hand umhergewandert und habe versucht mir zu merken, wie Lageplan im Heft zur Wirklichkeit zusammenpasst. Bei dem vielseitigen Programm muss sich niemand langweilen und man kann sich praktisch Rund um die Uhr beschäftigen. Wer zwischendurch eine Mütze voll Schlaf braucht, kann sein Nachtlager im Schlafsaal einrichten.



Am Samstag Vormittag stand gleich meine Lesung auf dem Programm: Von 11-12 Uhr konnte ich interessierten Zuhörern und Zuhörerinnen einen Einblick in Wulferan. Der dunkle Held geben und hatte den Eindruck, dass ich alle gut unterhalten konnte. Zur Autorenbühne um 18 Uhr war ich ebenfalls eingeladen und hatte somit zunächst den Nachmittag zur freien Verfügung. Ich habe mir etwas über das Veröffentlichen von eigenen Rollenspielsystemen angehört (unglaublich, wie komplex das Thema ist) und mit großem Vergnügen an einem Rollenspiel-Improvisationsworkshop teilgenommen. Zwischendurch gab es immer wieder eine Stärkung und reichlich Kaffee in meinen NordCon-Becher, den ich als Dankeschön geschenkt bekommen habe. Ich habe einer Larp-Schlacht zugeschaut und wohlwollend zur Kenntnis genommen, dass hier trotz Polsterwaffen realistischer gekämpft wird, als so manches Mal in Film und Fernsehen (wer wild voranstürmt und den Helden spielt, ist praktisch sofort „tot“ …). 



Bei der Autorenbühne war ich einer von zehn Autoren, die einem größeren Publikum einzeln kurz vorgestellt und interviewt wurden. Im Anschluss hatte jeder fünf Minuten Zeit, eine Textstelle aus seinem Werk vorzutragen. Somit entstand ein abwechslungsreiches Angebot, unterschiedlichste Subgenres der Fantastik wurden bedient. Ich habe mich sehr gefreut, teilnehmen zu dürfen, und konnte noch einmal eine Stelle aus Wulferan vortragen. Mit großem Erfolg, wie ich anhand der vielen positiven Reaktionen in Gesprächen danach dankbar feststellen konnte.


Ich hatte nun bis zu meiner frühmorgendlichen Abreise am Sonntag noch etliche Stunden auszufüllen, und mir daher den Programmpunkt „Die Werwolf Meganacht“ vorgemerkt. Von dem Spiel für große Gruppen hatte ich bereits gehört und wollte die Gelegenheit nutzen, es einmal auszuprobieren. Tatsächlich hatten sich gut 50 Leute hierfür eingefunden, eine außergewöhnlich große Gruppe und echte Seltenheit, wie die Spielleiterin sagte. Entsprechend komplex war die Spielvorbereitung und bis wir alle im riesigen Stuhlkreis mit unserer Karte, auf der die eigenen Rolle im Spiel abgebildet war, saßen, verging gut eine Stunde. Dann folgten die Tage und Nächte des Spieles und der Kreis wurde kleiner und kleiner. So mancher Vampir und Werwolf wurde enttarnt, aber auch unschuldige Dorfbewohner mussten ihr Leben auf dem imaginären Scheiterhaufen lassen … Schlussendlich war es 3 Uhr und die stark dezimierte Dorfgemeinschaft hatte gewonnen. Eine Spielrunde dieser Größe war ein echtes Erlebnis, allerdings sicherlich nichts für regelmäßiges Spielen (aber wer hat schon 50 spielbereite Freunde und den Platz dafür?).  Für mich war es als Abend/Nachtprogramm ideal, denn danach konnte ich zusammenpacken und mich langsam Richtung Hauptbahnhof aufmachen, wo um 5 Uhr mein Zug in Richtung Heimat startete.

Alles in Allem ein tolles Wochenende und ich wäre gern nächstes Jahr wieder dabei!

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