Dienstag, 31. Mai 2016

Bericht von meinem Tag auf der Role Play Convention 2016



3:38 Uhr

Ich werde 2 Minuten vor dem Weckerklingeln wach, die innere Uhr hat sich auf den bevorstehenden Tag offenbar gut eingestellt.



3:45 Uhr

Ich stehe im Bad und starre mit kleinen Augen auf mein zerknittertes Gesicht im Spiegel. Ich bin zwar Frühaufsteher, aber … Ich hoffe, dass sich das alles auch wirklich lohnt und greife zur Zahnbürste.



3:55 Uhr

Letzte hektische Kontrolle des Handgepäcks, obwohl ich am Vortag schon gepackt und mindestens zehnmal alles geprüft habe.



4:03 Uhr

Ich brause durch die ausklingende Nacht. Die Straßen dampfen vom Regen, der auf den aufgeheizten Asphalt gefallen war.



4:58 Uhr

Ankunft am Flughafen MUC; ich finde das anvisierte Parkhaus, notiere mir brav Ebene und Stellplatz auf dem Ticket und marschiere los.



5:09 Uhr

Ich stelle fest, dass das Parkhaus („beste Lage für Abflüge von Terminal 1“) an einem Ende des T1 liegt, Airberlin startet jedoch am anderen Ende … Trotz genügend Zeit beschleunigen sich meine Schritte.



5:30 Uhr

Ich habe eingecheckt und mein Handgepäck wird beim Security-Check rausgewunken (oder war den Kontrolleuren nur langweilig, weil kaum was los war?)

K: „Machens doch bittschön a mal auf.“

Ich öffne meinen Rucksack.

Kritischer Blick auf den Bildschirm.

K: „Ich vermut des is so a Kartenkisterl oder sowas oder was isn des?“

Ich: „Soll ich es mal herausholen?“

K: „Ja, zeigns mir des a mal bittschön.“

Ich hole meine kleine Truhe mit Visitenkarten heraus und mache sie auf.

Ein Kärtchen wird herausgeholt und begutachtet.

K: „San Sie so a … so a dings, a …“

Ich: „Schriftsteller?”

K: „Ja, genau.”

Ich: „Bin ich.“

K: „Aha. Guat, des passt scho.“

Ich: „Sie dürfen gern ein Kärtchen behalten.“ Gewinnendes Lächeln meinerseits.

Er steckt die Karte wieder zurück und ich räume zusammen. At least I tried …



6:20 Uhr

Pünktlich hebt der halb leere Flieger ab. Köln, ich komme!



7:21 Uhr

Ankunft in Köln; man, die Zeit verging wie im … äh ja, natürlich. Da ich noch massig Zeit habe, gehe erst mal einen Kaffee trinken, nehme noch ein Croissant dazu und registriere wohlwollend die freundliche Bedienung.



8:14 Uhr


Ich steige aus der S13, die mich vom Flughafen zur Station Köln Messe / Deutz gebracht hat und kann kaum glauben, dass der Eingang zur RPC nur ca. 50 Meter entfernt ist. Ich bin da!
9:01 Uhr

Ich beobachte, wie die letzten Aussteller mit großen Rollkisten eilig hineinhuschen, um sich vorzubereiten. Derweil finden sich immer mehr Besucher ein und ich beobachte, wie der Dunst des Morgens langsam den Kölner Dom freigibt. Ich habe noch keine Vorstellung, was mich drinnen alles erwarten wird, aber die Vorfreude wächst.



9:46 Uhr

Ich stehe im vorderen Drittel der Wartenden innen an den Drehkreuzen und kann kaum glauben, dass die gesamte Eingangshalle mittlerweile gesteckt voll ist. Was hier los ist!



10:03 Uhr

Mit meinem Onlineticket passiere ich eines der Drehkreuze und staune gleich mal über diverse Star-Wars-Cosplayer, die für die einströmenden Besucher Spalier stehen. Wahnsinn, ich bin tatsächlich auf der RPC! Ein kleiner Traum für mich wahr, ehrlich. Da habe ich glatt Pipi in den Augen.



10:09 Uhr

Der Strom der Leute hat mich mitgerissen und ich lande schließlich in der Halle. Nach nur wenigen Schritten muss ich aufgrund akutem Staunen stehen bleiben. Die reine Größe hätte jeder Zwergenbinge alle Ehre gemacht, das Ende ist in der Ferne kaum zu erkennen. Schon jetzt wird mir klar, dass es hier unfassbar viel zu sehen gibt. Mit großen Augen und offenem Mund tappe ich los.



10:26 Uhr

Ich habe die Orientierung verloren, weiß aber jetzt schon, dass ich ganz sicher nicht zum letzten Mal hier war. Rauschendes Wechselbad von Faszination und Begeisterung.



11:05 Uhr

Ich habe einen ersten Rundgang absolviert und klappe meinen Mund zu. Mir war schon klar, dass es groß sein wird, aber SO groß? Unfassbar … Ich habe das Lesecafé gefunden und versuche krampfhaft mir die Lage zu merken, denn da darf ich schließlich später auch noch meine Lesung abhalten. So viele Sitzplätze sind da? Wie viele werden mir später zuhören? Puh, ich bin gespannt.



11:12 Uhr

Ich mache ein Foto von zwei Postapokalypse-Cosplayern. „Hey, wenn dir das gefällt, schau doch mal runter, da haben wir unseren Stand.“ Ich blinzele verwirrt, nicke mechanisch. Äh, wie „unten“?! Ich folge dem Weg ein Stock tiefer und stelle fest: Noch eine Halle – holy crap …



11:25 Uhr

Ich nehme Kontakt mit den Betreibern der Facebook-Seite „Die Rollenspiel Nerds“ auf. Wir hatten uns für ein Interview verabredet und ich freue mich auf das Treffen. Es heißt ja nicht umsonst „Convention“, oder?



11:40 Uhr

Ich werde am Metschiff abgeholt, freundlich begrüßt (ich merke sofort, da stimmt die Chemie) und wir suchen uns im Außenbereich, ein kompletter Mittelaltermarkt (!), ein ruhiges Plätzchen im Schatten.



11:52 Uhr

Birne und Dunja hatten einige Fragen vorbereitet, die ich gerne beantwortet habe. Sie kündigen an, zu meiner Lesung zu kommen, was mich sehr freuen würde und wir verabschieden uns bis dahin.

11:59 Uhr

Gerade noch schaffe ich es zurück zum Lesecafé zur Lesung von Bernhard Hennen und ergattere einen Stehplatz. Bernhard liest eine Stelle aus „Drachenelfen – Himmel in Flammen“ (man merkt, dass er Rollenspiel-Background hat) und ermuntert dann die Anwesenden, Fragen an ihn zu stellen. Na klar, mach ich doch, wenn ich schon mal da bin :).



13:05 Uhr

Ich beschließe nach Bernhards Lesung spontan, mich in die Reihe für die Buchsignierungen einzureihen und erwerbe den letzten Teil der Drachenelfen-Reihe. Währenddessen liest Wolfgang Hohlbein, der mich mit seinen Büchern als Teenie inspiriert und dazu beigetragen hat, meine Fantasyneigung unwiderruflich in mir zu verankert. Öhm ja, ich bleibe ruhig.



13:25 Uhr

Während des Wartens in der Schlange spüre ich ein ungutes Gefühl im Magen. Was ist das? Oh, das ist Hunger, ganz vergessen … Dabei fällt mir ein, dass ich meine Blutdrucktablette heute gar nicht genommen habe. Deshalb von Müdigkeit keine Spur? Ab einem gewissen Alter entspricht das Weglassen der Blutdrucktablette dem Red Bull trinken ;)



14:04 Uhr

Ich bin in der Warteschlange bald an der Reihe, Wolfgang schiebt sich mit den Worten „Darf ich mal?“ an mir vorbei, um hinter den Signiertisch zu kommen. Da sitzen sie nun in greifbarer Nähe nebeneinander, zwei der ganz Großen der deutschen Fantasyszene, die mich sehr geprägt haben. Wow.



14:09 Uhr

Ich stehe vor Bernhard und halte ihm das frisch gekaufte Buch hin. Er bedankt sich, dass ich vorhin eine Frage gestellt habe, „Na klar“ erwidere ich möglichst souverän. Er greift zur Feder für die Signierung. „Wie heißt du denn?“, fragt er. „Angelika“, sage ich. „Ist für meine Frau“, füge ich schnell hinzu, er schmunzelt und schreibt.



14:13 Uhr

Mit signiertem Buch als Mitbringsel für meine liebe Frau Gemahlin in der Tasche torkele ich durch das Tor hinaus Richtung Mittelaltermarkt. Mir ist klar, dass ich außer dem Croissant heute morgen noch gar nichts gegessen und getrunken habe, was meinen desaströsen Zustand erklärt. Wie ein Zombie aus Walking Dead schlurfe ich zum Fleischspießestand.



14:23 Uhr

Ich habe den Fleischspieß in Rekordzeit verschlungen und noch einen Kartoffelspieß hinterher verdrückt. Jetzt noch etwas trinken und mein Gesichtsausdruck wird bestimmt wieder freundlicher.



14:49 Uhr

Ich habe weiter herumgeschaut und staune immer wieder über die detailgetreuen Kostüme und Make-up der Cosplayer. Unglaublich. Wenn sich verfeindete Fraktionen der Larper begegnen, können schon mal spontan Kämpfe ausbrechen. Habe ich schon erwähnt, dass hier auch durchgehend Bands auf drei Bühnen spielen?

15:10 Uhr

Ich habe mich im Lesecafé eingefunden und lausche Martin Ulmer, der vor mir mit seiner Lesung dran ist. Schön macht er das, und ich frage mich, ob ich alles so umsetzen kann, was ich mir vorgenommen habe.



15:29 Uhr

Martin hat pünktlich aufgehört (vielen Dank!) und ich kann hinter dem Tisch auf dem Podest Platz nehmen. Ich lege meinen Lesungstext zurecht und bekomme das Headset-Mikro noch eingestellt. Schon jetzt erkenne ich, dass ich für meine Verhältnisse vor so vielen Leuten wie noch nie lesen werde. Ich versuche ruhig zu bleiben und fange an.




16:25 Uhr

Mein Zeitplan ging auf und ich bin rechtzeitig fertig, um für die nächste Autorin Platz zu machen. Ich verteile fleißig Visitenkarten und freue mich sehr über das viele Lob. An den zahlreichen leuchtenden Gesichtern habe ich schon während der Lesung erkannt, dass es gut ankommt. Um es mit den Worten von Hannibal aus dem A-Team zu sagen: „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.“



16:35 Uhr

Mittlerweile kenne ich mich ein wenig aus und habe auf Anhieb das Metschiff wiedergefunden. Meine Lesung ist rum, jetzt erst mal ein Metbier! Während ich das köstliche Getränk zu mir nehme, plaudere ich mit einer Cosplayerin und ihrer Freundin, die bei meiner Lesung waren. Wie oft sie denn fotografiert werden würde, frage ich. „Bei 150 habe ich aufgehört zu zählen …“ Oha.



17:20 Uhr

Ich drehe eine letzte Runde und stelle fest, dass es schon ein wenig leerer wird. Ich halte noch einmal beim Lesecafé, bedanke und verabschiede mich artig von den Standbetreibern und Oliver Hoffmann, dem Verlagsleiter von Feder&Schwert und Ausrichter des Lesecafés. Ob ich denn wieder kommen dürfte, frage ich noch, was er mit einem „sehr gerne“ beantwortet. Na, das wäre doch was!



17:25 Uhr

Eigentlich bin auf dem Weg nach draußen, habe aber den Stand von Erdenstern entdeckt, Musik speziell komponiert und produziert für Rollenspiel. Zahlreiche Alben nenne ich schon mein Eigen und bleibe natürlich am Stand hängen, um ein paar Worte zu wechseln und mir ein Stück aus dem neuesten Album vorspielen zu lassen.



17:37 Uhr

Ich düse los um die anvisierte S-Bahn zu erwischen. Ich habe die Größe der Anlage falsch eingeschätzt (oder mich einfach verquatscht …) und muss natürlich rennen.



17:43 Uhr

Gerade noch schlüpfe ich in die Bahn, ehe sie abfährt. Bin ich in der richtigen Richtung? Ja, ich denke schon.



18:25 Uhr

Am Flughafen ging alles wieder superschnell, trotz Suchen, Vorbeilaufen am Check-in-Schalter und Security-Check („Der Gürtel?“ – „Ich sollte ihn erst anlassen.“ – „Aufmachen, bitte ...“) – Der Rückflug geht um 20:05 Uhr = Kein Stress, mein Blutdruck muss heute keine persönliche Bestmarke erreichen …



19:45 Uhr

Es wird durchgesagt, dass die Maschine verspätet ankommt und sich daher der Abflug nach München auf 20:35 Uhr verschiebt. Na toll … Aber nach diesem gelungenen Tag kümmert es mich kaum J



20:30 Uhr

Noch kein Boarding, also 20:35 wird nichts …



20:50 Uhr

Jetzt heben wir endlich ab und ich lausche mit Blick aus dem Fenster lockerer Deep House-Musik. Das Licht schwindet, der Tag neigt sich dem Ende entgegen. Jetzt werde ich dann doch ein wenig schlapp.



21:35 Uhr

Entweder sind wir mit MACH 1 geflogen, oder Kopfeinziehen + Rückenwind, auf jeden Fall hat sich die Verspätung deutlich reduziert. Ich beneide die Fluggäste mit Anschlussflügen nicht, die trotzdem echt Stress haben.



21:50 Uhr

Nachdem wir eine Weile auf die Treppen zum Aussteigen warten mussten, bringt uns ein Bus vom Flughafenfeld zum Terminal. Ich laufe los Richtung Parkhaus und stelle fest, dass auch diesmal mein Parkhaus gefühlte drei Kilometer entfernt ist. Aber mir kann nichts mehr die Laune verderben, sorry :)



22:55 Uhr

Ich parke den Wagen daheim und schließe die Haustür auf. War ich heute wirklich auf der RPC in Köln und habe dort aus „Wulferan. Der dunkle Held“ gelesen?

Oh ja, so war es. See you next year ;)

Mittwoch, 25. Mai 2016

Die Nominierungsrunde für den Deutschen Phantastik Preis ist gestartet. Wer möchte, kann mich hier gerne vorschlagen! Geht ohne Registrierung, einfach über eine gültige E-Mail-Adresse einen Bestätigungscode erhalten und los gehts. Der DPP ist ein Leserpreis, d.h. es liegt allein in euren Händen ;)

Freitag, 20. Mai 2016

Lesung auf der Role Play Convention 2016

Am Samstag, 28.05., lese ich auf der diesjährigen Role Play Convention in Köln! Im Programm stehe ich mit einer Stunde drin, allerdings wurde ich wegen der riesigen Nachfrage gebeten, zu Gunsten einer Autorin zu verkürzen, was ich natürlich gerne tun werde. Start ist daher 16 Uhr (siehe auch Aushänge vor Ort).


Leseinszenierung „Wulferan. Der dunkle Held“
von und mit Kilian Braun bei der Roleplay Convention 2016



 „Man sagt, die Guten sterben immer zuerst. Kein Wunder, dass ich noch am Leben bin.“ So spricht der entflohene Gladiator aus Kilian Brauns Fantasybuch Wulferan. Der dunkle Held (E-Book-First-Edition, hockebooks Verlag). Die Geburtsstunde der Idee ist die Kurzgeschichte „Kopfgeldjäger“ aus dem Jahr 2011, die inhaltlich in den Beginn des Romans mündet. Der Autor, seit vielen Jahren begeisterter Pen&Paper-Rollenspieler, bietet auf darstellende Art Einblicke in das Abenteuer des etwas unwilligen Protagonisten, der auf seiner Flucht aus der Gefangenschaft in die Verlegenheit gerät, auch einmal etwas Gutes zu tun – und dadurch erkennt, dass er sein bisheriges Leben deutlich ändern muss.

Was ist eine Leseinszenierung?
Die Texte werden szenisch aufgearbeitet, wobei das Lesen mit all seinen Techniken – Artikulation, Stimmvolumen, Tempo, Sprecheinsatz, Stimmfärbung, Atmung – im Vordergrund steht. Dabei wird eine Mischung aus klassischem Lesevortrag und darstellendem Spiel angewandt. (Quelle)

Klappentext:
In Armut geboren, als Sklave gedient, als Gladiator gekämpft, und nun auf der Flucht – Wulferans Leben war bisher wahrlich kein Zuckerschlecken. Und das wird sich auch nicht ändern. Die Halbelbenzauberer, Qel’tar genannt, haben ihren besten Kopfgeldjäger, Tyronnimus Tarlin, auf ihn angesetzt. Dem berüchtigten und genialen Großmeister im Zirkel der Jagd gelingt es, Wulferan in eine Falle zu locken. Doch der ehemalige Gladiator entkommt gemeinsam mit der Walküre Kira noch während des Gefängnistransports. Beide teilen dasselbe Schicksal: Sie gehören beide einem fast ausgestorbenen Volk an und beide sind von den Qel’tar geächtet. Kira weiß von einer bevorstehenden Entdeckung der Zauberer, mit der sie sich zu den totalen Herrschern emporschwingen werden. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, ein mörderischer Kampf entbrennt zwischen Wulferan und Tyronnimus. Und während der eine über Truppen und Macht verfügt, hat der andere nur wenige Verbündete auf seiner Seite …
Ein großes Leseerlebnis voll frechem, zynischem Humor für alle Fantasyfans.

 

Freitag, 13. Mai 2016

Lesung NordCon 2016

Lesung auf der NordCon 2016! Letzte Details bzgl. Aushängen vor Ort werden noch geklärt, aber der Termin steht und die Anreise ist organisiert: Samstag, 11.06.16. #NordCon #NordCon2016

Die nächste Lesung ist allerdings bereits Ende Mai und da warte ich jetzt einfach mal mit der Bekanntgabe ab, bis das offizielle Programm online ist #Spannung #Ratemal ;)

Dienstag, 3. Mai 2016

"Work in progress" 
oder
"Autoren, die auf Manuskriptszenen starren" 
;)