Sonntag, 21. Dezember 2014

Es ist der vierte Advent und ich möchte euch "fantastische" Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen! Hier geht es dann im Januar weiter ;)

Samstag, 29. November 2014

Science-Fiction-Anthologie Weltentor 2014 veröffentlicht

Ab sofort im Handel erhältlich - wer noch ein Geschenk braucht ... ;) In der Anthologie bin ich mit der Geschichte "Willkommen auf der Seeker!" vertreten.

Inhalt:
Die junge Navigatorin Armanda Rodriguez tritt zu ihrem Einsatztest auf der Seeker an und erfährt bei ihrer ersten Mission sofort, was es bedeutet, Teil eines Sondereinsatzkommandos zu sein: Der Frachter Bigbird 5185 treibt planmäßig zur Entsorgung auf einen Stern zu, als plötzlich ein Notsignal von ihm gesendet wird. Major General Ryan J. Miller und seine Crew werden mit der Überprüfung beauftragt. Dafür müssen sie an den Frachter andocken, der schon gefährlich nah am Point-of-no-return des Gravitationsfeldes des Sternes ist und tatsächlich wurde das Notsignal nicht grundlos gesendet ...

Making of: Eine Science-Fiction-Geschichte hat mir schon lange vorgeschwebt und hiermit habe das Vorhaben in die Tat umgesetzt. Es hat viel Spaß gemacht, einmal das Terrain der Fantasy zu verlassen und sich mit völlig anderen Dingen auseinanderzusetzen. Der Ich-Erzähler, den ich auch zu schätzen gelernt habe, schied als Stilmittel hierfür von Anfang an aus. Mir schwebte die Figur des Ryan Miller vor Augen, ein einsatzerfahrener, eher verschlossener Kommandant einer kleinen Einheit, die "schwierige Fälle" zu lösen hat. Ich habe zunächst die Geschichte mit Miller als Protagonist zu erzählen begonnen, kam aber schon früh nicht wirklich weiter. Lag es am Plot? Am eigenen Backgroundwissen? Nein, es lag an der Person, dem Protagonisten! Also kam die Navigatorin Armanda ins Spiel, aus deren Sicht nun die Geschichte erzählt wird und somit kann Miller der fähige, aber unergründliche Kommandant sein, der er sein soll.
Als Antagonist kam mir als erstes eine aggressive Alien-Spezies in den Sinn, aber diese Idee wurde schnell verworfen. Zu offensichtlich, zu oft bereits gesehen/gelesen. Aber es gibt natürlich etwas, was die Crew der Seeker gehörig unter Druck setzen wird. ;)

Leseprobe 
Armanda betrachtete sich kritisch im Spiegel. Ihr aufmerksamer Blick aus blauen Augen huschte über jedes Detail: Sie rückte ihr Namensschild mit der Aufschrift Rodriguez noch um einen Millimeter gerader und drehte sich anschließend leicht nach links, dann nach rechts. Waren ihre dunkelblonden Haare ordentlich zu einem Zopf am Hinterkopf zusammengefasst? Saß ihre Uniform so wie sie sollte? Sah sie gut aus? Armanda seufzte. Ja, sie sah gut aus, zu gut für ihren Job. Mit dem frischen unverbrauchten Gesicht einer Dreiundzwanzigjährigen wirkte sie auf ihre männlichen Kameraden eher wie ein Püppchen als eine Raumsoldatin mit Spezialisierung auf Navigation, die sie mit Bestnote abgeschlossen hatte. Nur wenige wurden so früh Lieutenant wie sie. Aber vielleicht war es dieser Umstand, weshalb sie abgebrühter als andere in ihrem Alter war. Sie hatte gelernt, sich durchzusetzen und nicht klein beizugeben. Ihre gesamte Ausbildung war glänzend verlaufen und hatte ihr ein gewisses Selbstvertrauen verliehen, heute jedoch war sie aufgeregt wie am ersten Tag.

Sie griff ihr Marschgepäck, ein Tragesack mit persönlichem Hab und Gut, betätigte den Türöffner und verließ ihre Unterkunftskabine. Mit flottem Schritt und unbewegter Miene ging Armanda durch die Gänge der Raumstation Quantion 978. Nach ihrem bravourösen Abschluss war sie zu ihrer großen Enttäuschung auf einem unbedeutenden Raumfrachter eingeteilt worden. Armanda hatte die Initiative ergriffen, sich bei der Sondereinheit der Raummarine beworben und war nun in diesem Augenblick auf dem Weg, ihren Einsatztest als Navigatorin auf der Seeker 0225 anzutreten. Der Kommandant war Major General Ryan J. Miller, dem einige bekannt gewordene spektakuläre Missionen zugeschrieben wurden. Niemand anderes als er würde nach Armandas erster Mission entscheiden, ob sie das begehrte Special-Forces-Abzeichen bekommen würde. 
 
Die junge Navigatorin betrat einen der fünf Lifte von Quantion 978, drückte das Feld mit der Aufschrift „Hangar“ und vermied es, ihr Äußeres in den sich spiegelnden Wänden erneut zu kontrollieren. Unmerklich bewegte sich der Aufzug, nur die wechselnde Schrift am Display zeigte, dass sich der Fahrstuhl in Bewegung befand. Schließlich glitt die Tür auf und vor Armanda lag der Hafen der Raumstation. Die wenigen Docks waren viel zu eng konstruiert worden, weshalb sich die Frachter, Raumgleiter und Transporter dicht an dicht reihten und folglich auch die Menschen sowie Ladedroiden. Sie umrundete große Warenladungen und Passagiergruppen und suchte gemäß ihrem Marschbefehl Dock drei, Stellplatz eins. Armanda atmete tief durch und ermahnte sich zur Ruhe. Die Seeker war ein überraschend kleines Schiff, stellte sie fest, klein, aber keineswegs technisch überholt, denn der Antrieb hatte die charakteristische Form der Darkdrivetechnologie. An der Eingangsschleuse stand gerade ein Mann, der das Schiff betreten wollte. Armanda kam heran und ihr Herz setzte einen Schlag aus, als sie das Rangabzeichen erkannte. Das musste Kommandant Miller sein!
„Major General Miller?“ Der Mann reagierte nicht, Armanda schluckte. „Sir?“, rief sie etwas lauter. Jetzt drehte sich der Mann verblüfft um und Armanda sah in das Gesicht eines Mittvierzigers. Die erkennbare Übermüdung sowie der Dreitagebart passten zwar zusammen, nicht jedoch zu einem ranghohen Offizier. Seine Haare trug er kurzgeschoren, erste graue Strähnen waren im restlichen dunkelbraun zu erkennen. Seine Kleidung saß etwas unordentlich und ein kleiner Bauch zeichnete sich ab.
 
„Lieutenant Armanda Rodriguez, melde mich zum Dienst!“, erklärte Armanda im besten militärischen Tonfall. Der Kommandant blinzelte und zog fragend die Augenbrauen zusammen.
„Ich … ich bin Ihre neue Navigatorin, Sir“, fügte sie leicht verunsichert hinzu. Jetzt hellten sich Millers Gesichtszüge auf. „Richtig! Bitte, kommen Sie.“ Er winkte Armanda heran, drehte sich um und legte seine Hand auf den Handscanner. Ein rotes Licht flackerte auf, dann erklang eine weibliche Stimme: „Major General Ryan Miller, Zutritt gewährt.“ Die Schleusentüren fuhren zischend zur Seite und Miller trat ein. Als Armanda in den Eingangsbereich folgte vernahm sie dieselbe Stimme erneut: „Willkommen an Bord, Lieutenant Armanda Rodriguez.“
Auf Armandas fragenden Blick antwortete Miller: „Das ist Abigale, unsere Schiffssoftware.“

Weitere Türen zweigten ab, dazwischen befanden sich fest verbaute Spinde und Schränke. Armanda kannte den Bautyp der Seeker, allerdings nur von Bildern und Plänen. Es war eine spezielle Konstruktion nicht nur ausschließlich für das Militär, sondern auch nur für die Sondereinsatzkommandos. Ehrfürchtig sah sie sich um und sog den Moment in sich auf. Miller stand an der Tür zum Habitatsbereich, aus dem Stimmen zu hören waren. „Kommen Sie?“

Armanda zuckte zusammen und beeilte sich aufzuschließen. Sie hatte wie ein kleines Kind mit großen Augen umhergeglotzt! Miller öffnete die Tür und trat ein. Schlagartig wurde es still und Armanda fühlte etliche Augenpaare auf sich gerichtet. Die Neue stand vor der bereits aufeinander eingeschworenen Crew, immer ein unangenehmer Moment.

„Ich darf unsere neue Navigatorin vorstellen: Lieutenant Armanda Rodriguez“, begann Miller, etwas zu energielos, wie Armanda fand. Er wies auf einen breitschultrigen glatt rasierten Mann in den Fünfzigern am Servicemodul lehnend und mit einer Tasse Kaffee in der Hand. „Colonel Andrew Smith, Erster Offizier und für die medizinische Grundversorgung zuständig.“
Armanda nickte grüßend. „Sir.“
Andrew sah ihr regungslos entgegen. „Lady.“ Er nippte an seinem Getränk, während Armanda ob des rüden Tonfalls schlucken musste.
Ungerührt fuhr Miller fort. „Die sympathische Frau mit den brünetten kurzen Haaren dort an dem Tisch ist Isabella Graham, unsere Expertin für Kommunikation und Datentransfer.“
Isabella lächelte Armanda offen entgegen. „Schön dich an Bord zu haben!“, grüßte sie.
Armanda war ob der Freundlichkeit erleichtert. „Ich freue mich, hier sein zu dürfen.“
Der letzte im Raum, ein junger Mann Isabella gegenüber sitzend, sprang ohne Aufforderung auf und trat mit anzüglichem Blick vor Armanda. „Und ich bin erst froh, dass du da bist!“, säuselte er mit hörbarem Akzent der Systeme im Q4-Quadranten. „Was hat jemand so Schönes wie dich hier her verschlagen?“
„Mann, Viktor …“, kam es prompt von Andrew, Isabella schlug sich die Hand auf die Stirn.
Armanda bändigte ihr spöttisches Lächeln. „Die Leidenschaft für Navigation und, ob du es glaubst oder nicht, eine reguläre Versetzungsanfrage.“
Viktor rückte etwas näher an Armanda heran und versuchte krampfhaft verführerisch dreinzublicken, was ihm gründlich misslang. „Mit Leidenschaft bist du hier schon mal richtig …“
Armanda wich nicht zurück, verschränkte aber mit energischer Geste die Arme vor der Brust. „Ah, ich sehe schon, wie das hier läuft: Ich steuere das Schiff und dich steuert dein Schwanz.“

Tiefes Lachen kam von Andrew herüber und er hob zustimmend seine Tasse in Millers Richtung. „Die Kleine ist gut!“ Schlürfend nahm er einen Schluck.
...
 

Montag, 24. November 2014

Eine weitere Idee hat den Weg aus dem Kopf aufs Papier gefunden, damit sie nicht verloren geht. Somit gibt es bis jetzt drei weitere Geschichten, die inhaltlich schon recht konkret vorliegen. Jede steht für sich und ist unabhängig von den anderen lesbar, alle zusammen ergeben aber ein Gesamtbild. Die Planung des Metaplots geht bei mir noch weiter, aber da wird es dann sehr vage ;)

Mittwoch, 12. November 2014

Was sich so tut ...

Die Weltentorbücher sind in Druck gegangen und sollen Ende November ausgeliefert werden. Auch wenn ich mich auf den Release der Sci-Fi-Anthologie freue, bleibe ich fest im Fantasybereich: Derzeit sammele ich Ideen zu Personen und Geschichten, die sich in das "Big Picture" der Welt einfügen sollen. So viel sei gesagt: Die Einfälle gehen nicht aus ;)

Sonntag, 26. Oktober 2014

Science-Fiction Anthologie

Die Sci-Fi-Geschichte ist aus dem Lektorat zurück und wartet darauf zum Druck freigegeben zu werden. Ich werde es noch einmal gründlich lesen, aber erfahrungsgemäß sollte alles ok sein. Das Coverbild der Anthologie steht schon fest - wie findet ihr es?

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Neue Figuren

Neue Figuren braucht meine Fantasywelt! Also sitze ich seit geraumer Zeit an den Entwürfen zu neuen, spannenden Personen, die Teil einer zweiten Geschichte werden sollen. Die Riege der Hauptcharaktere sieht schon ziemlich vollständig aus, bei den Nebenfiguren ist noch deutlich Platz. Die werde ich wohl auch nicht alle im Voraus entwerfen können und wollen, denn oft genug tauchen solche Personen während des Schreibens von selber auf. Wer sich gut einfügt und interessant ist, darf dann bleiben ;) Wer ist eure zuletzt gelesene, faszinierende Romanfigur und warum?

Samstag, 27. September 2014

Agenturvertretung

Ich freue mich sehr euch mitteilen zu können, dass ich ab sofort von der AVA international GmbH vertreten werde. Nach einem angenehmen Vororttermin, unter Anderem mit dem Geschäftsführer der Agentur, wurde die gemeinsame Zusammenarbeit beschlossen, sowie wichtige Punkte für die Zukunft besprochen. Von der AVA international werden namhafte Autoren wie Markus Heitz ("Die Zwerge") und Lena Falkenhagen ("Die letzte Hanseatin") vertreten. Sie bietet für ihre Autoren eine intensive Betreuung, in deren Genuss ich bereits die letzten Monate gekommen bin. Um so mehr freut es mich, dass es weitergehen kann.

Dienstag, 9. September 2014

Sci-Fi-Kurzgeschichte wird veröffentlicht!

Auch dieses Jahr habe ich beim Weltentor-Kurzgeschichtenwettbewerb des NOEL-Verlags mitgemacht, diesmal im Bereich Science-Fiction. Das Sci-Fi-Thema sollte für mich nur ein Experiment werden, da freut es mich um so mehr, dass es meine Geschichte auch ins Siegerbuch geschafft hat! Damit bin ich das vierte Jahr in Folge in der Weltentor-Reihe dabei: 2x Fantasy, 1x Mystery und jetzt Science-Fiction! Jetzt wird sich Mark Freier, der Weltentor-Coverdesigner für den NOEL-Verlag an die Arbeit machen. Geplanter Veröffentlichungstermin für die Anthologie ist der 15. November 2014.

Hier eine Leseprobe meiner Kurzgeschichte "Willkommen auf der Seeker!": 

Armanda betrachtete sich kritisch im Spiegel. Ihr aufmerksamer Blick aus blauen Augen huschte über jedes Detail: Sie rückte ihr Namensschild mit der Aufschrift Rodriguez noch um einen Millimeter gerader und drehte sich anschließend leicht nach links, dann nach rechts. Waren ihre dunkelblonden Haare ordentlich zu einem Zopf am Hinterkopf zusammengefasst? Saß ihre Uniform so wie sie sollte? Sah sie gut aus? Armanda seufzte. Ja, sie sah gut aus, zu gut für ihren Job. Mit dem frischen unverbrauchten Gesicht einer Dreiundzwanzigjährigen wirkte sie auf ihre männlichen Kameraden eher wie ein Püppchen als eine Raumsoldatin mit Spezialisierung auf Navigation, die sie mit Bestnote abgeschlossen hatte. Nur wenige wurden so früh Lieutenant wie sie. Aber vielleicht war es dieser Umstand, weshalb sie abgebrühter als andere in ihrem Alter war. Sie hatte gelernt, sich durchzusetzen und nicht klein beizugeben. Ihre gesamte Ausbildung war glänzend verlaufen und hatte ihr ein gewisses Selbstvertrauen verliehen, heute jedoch war sie aufgeregt wie am ersten Tag.



Sie griff ihr Marschgepäck, ein Tragesack mit persönlichem Hab und Gut, betätigte den Türöffner und verließ ihre Unterkunftskabine. Mit flottem Schritt und unbewegter Miene ging Armanda durch die Gänge der Raumstation Quantion 978. Nach ihrem bravourösen Abschluss war sie zu ihrer großen Enttäuschung auf einem unbedeutenden Raumfrachter eingeteilt worden. Armanda hatte die Initiative ergriffen, sich bei der Sondereinheit der Raummarine beworben und war nun in diesem Augenblick auf dem Weg, ihren Einsatztest als Navigatorin auf der Seeker 0225 anzutreten. Der Kommandant war Major General Ryan J. Miller, dem einige bekannt gewordene spektakuläre Missionen zugeschrieben wurden. Niemand anderes als er würde nach Armandas erster Mission entscheiden, ob sie das begehrte Special-Forces-Abzeichen bekommen würde. Die junge Navigatorin betrat einen der fünf Lifte von Quantion 978, drückte das Feld mit der Aufschrift „Hangar“ und vermied es, ihr Äußeres in den sich spiegelnden Wänden erneut zu kontrollieren. Unmerklich bewegte sich der Aufzug, nur die wechselnde Schrift am Display zeigte, dass sich der Fahrstuhl in Bewegung befand. Schließlich glitt die Tür auf und vor Armanda lag der Hafen der Raumstation. Die wenigen Docks waren viel zu eng konstruiert worden, weshalb sich die Frachter, Raumgleiter und Transporter dicht an dicht reihten und folglich auch die Menschen sowie Ladedroiden. Sie umrundete große Warenladungen und Passagiergruppen und suchte gemäß ihrem Marschbefehl Dock drei, Stellplatz eins. Armanda atmete tief durch und ermahnte sich zur Ruhe. Die Seeker war ein überraschend kleines Schiff, stellte sie fest, klein, aber keineswegs technisch überholt, denn der Antrieb hatte die charakteristische Form der Darkdrivetechnologie. An der Eingangsschleuse stand gerade ein Mann, der das Schiff betreten wollte. Armanda kam heran und ihr Herz setzte einen Schlag aus, als sie das Rangabzeichen erkannte. Das musste Kommandant Miller sein!



„Major General Miller?“ Der Mann reagierte nicht, Armanda schluckte. „Sir?“, rief sie etwas lauter. Jetzt drehte sich der Mann verblüfft um und Armanda sah in das Gesicht eines Mittvierzigers. Die erkennbare Übermüdung sowie der Dreitagebart passten zwar zusammen, nicht jedoch zu einem ranghohen Offizier. Seine Haare trug er kurzgeschoren, erste graue Strähnen waren im restlichen dunkelbraun zu erkennen. Seine Kleidung saß etwas unordentlich und ein kleiner Bauch zeichnete sich ab.

„Lieutenant Armanda Rodriguez, melde mich zum Dienst!“, erklärte Armanda im besten militärischen Tonfall.

Der Kommandant blinzelte und zog fragend die Augenbrauen zusammen.

„Ich … ich bin Ihre neue Navigatorin, Sir“, fügte sie leicht verunsichert hinzu. Jetzt hellten sich Millers Gesichtszüge auf. „Richtig! Bitte, kommen Sie.“ Er winkte Armanda heran, drehte sich um und legte seine Hand auf den Handscanner. Ein rotes Licht flackerte auf, dann erklang eine weibliche Stimme: „Major General Ryan Miller, Zutritt gewährt.“ Die Schleusentüren fuhren zischend zur Seite und Miller trat ein. Als Armanda in den Eingangsbereich folgte vernahm sie dieselbe Stimme erneut: „Willkommen an Bord, Lieutenant Armanda Rodriguez.“

Auf Armandas fragenden Blick antwortete Miller: „Das ist Abigale, unsere Schiffssoftware.“

Weitere Türen zweigten ab, dazwischen befanden sich fest verbaute Spinde und Schränke. Armanda kannte den Bautyp der Seeker, allerdings nur von Bildern und Plänen. Es war eine spezielle Konstruktion nicht nur ausschließlich für das Militär, sondern auch nur für die Sondereinsatzkommandos. Ehrfürchtig sah sie sich um und sog den Moment in sich auf. Miller stand an der Tür zum Habitatsbereich, aus dem Stimmen zu hören waren. „Kommen Sie?“

Armanda zuckte zusammen und beeilte sich aufzuschließen. Sie hatte wie ein kleines Kind mit großen Augen umhergeglotzt! Miller öffnete die Tür und trat ein. Schlagartig wurde es still und Armanda fühlte etliche Augenpaare auf sich gerichtet. Die Neue stand vor der bereits aufeinander eingeschworenen Crew, immer ein unangenehmer Moment.

„Ich darf unsere neue Navigatorin vorstellen: Lieutenant Armanda Rodriguez“, begann Miller, etwas zu energielos, wie Armanda fand. Er wies auf einen breitschultrigen glatt rasierten Mann in den Fünfzigern am Servicemodul lehnend und mit einer Tasse Kaffee in der Hand. „Colonel Andrew Smith, Erster Offizier und für die medizinische Grundversorgung zuständig.“

Armanda nickte grüßend. „Sir.“

Andrew sah ihr regungslos entgegen. „Lady.“ Er nippte an seinem Getränk, während Armanda ob des rüden Tonfalls schlucken musste.

Ungerührt fuhr Miller fort. „Die sympathische Frau mit den brünetten kurzen Haaren dort an dem Tisch ist Isabella Graham, unsere Expertin für Kommunikation und Datentransfer.“

Isabella lächelte Armanda offen entgegen. „Schön dich an Bord zu haben!“, grüßte sie.

Armanda war ob der Freundlichkeit erleichtert. „Ich freue mich, hier sein zu dürfen.“

Der letzte im Raum, ein junger Mann Isabella gegenüber sitzend, sprang ohne Aufforderung auf und trat mit anzüglichem Blick vor Armanda. „Und ich bin erst froh, dass du da bist!“, säuselte er mit hörbarem Akzent der Systeme im Q4-Quadranten. „Was hat jemand so Schönes wie dich hier her verschlagen?“

„Mann, Viktor …“, kam es prompt von Andrew, Isabella schlug sich die Hand auf die Stirn.

Armanda bändigte ihr spöttisches Lächeln. „Die Leidenschaft für Navigation und, ob du es glaubst oder nicht, eine reguläre Versetzungsanfrage.“

Viktor rückte etwas näher an Armanda heran und versuchte krampfhaft verführerisch dreinzublicken, was ihm gründlich misslang. „Mit Leidenschaft bist du hier schon mal richtig …“

Armanda wich nicht zurück, verschränkte aber mit energischer Geste die Arme vor der Brust. „Ah, ich sehe schon, wie das hier läuft: Ich steuere das Schiff und dich steuert dein Schwanz.“

Tiefes Lachen kam von Andrew herüber und er hob zustimmend seine Tasse in Millers Richtung. „Die Kleine ist gut!“ Schlürfend nahm er einen Schluck.

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Montag, 1. September 2014

Weiter im T...

Ein weiteres Telefonat mit der Agentur liegt hinter mir und es sieht alles ausgesprochen gut aus. So gut, dass ich ab sofort über die weitere Vorgehensweise Stillschweigen bewahren soll/muss. ;)

Daher zu Ablenkung was Anderes: Ich hatte ja Anfang des Jahres eine Science-Fiction-Kurzgeschichte zu einem Wettbewerb ins Rennen geschickt. Wer erinnert sich noch an Major General Ryan Miller? Ab dem 05.09. (Freitag) soll es hierzu Ergebnisse geben, ich bin sehr gespannt!

Samstag, 16. August 2014

Überarbeitung

Im Blog tut sich momentan nicht viel, dafür im aktuellen Manuskript um so mehr. Eine Hauptfigur wurde komplett verändert und die Storyline spürbar erweitert. Insgesamt erfährt der Text mehr Tiefe und wird zusammen mit den Erweiterungen deutlich länger als zuvor. Das Ganze geschieht in engem Kontakt mit einer Agentur (deren Namen ich hier bewusst nicht nennen möchte, da alles noch unverbindlich ist), um den Text noch einmal deutlich nach vorne zu bringen. Schlussendlich muss das Manuskript rundherum überzeugend sein, denn es gibt nur EINEN Versuch, mich bei den Verlagen zu platzieren ...

Kurze, regelmäßigere News gibts auf meiner Facebook-Seite.

Sonntag, 29. Juni 2014

Autorenvertretung?

Nach etlichen Bewerbungen bin ich in engerem Kontakt mit einer Autorenagentur. Nach den ersten Unterlagen wurde das gesamte Manuskript angefordert und einer ersten Prüfung unterzogen. Es folgte ein sehr angenehmes und konstruktives Telefonat mit einem Literaturagenten der Agentur. Nach einigen lobenden Worten kam (natürlich) noch ein "aber". Was jetzt noch fehlt ist eine Überarbeitung des Manuskripts hinsichtlich einiger sehr wichtiger Punkte, auf die ich dankenswerterweise hingewiesen wurde. Beispielsweise darf es oft einfach noch ausführlicher sein, ich würde zu schnell erzählen. Ich bin jetzt mit der Überarbeitung bis ca. Mitte August beauftragt worden. Es kann zwar keine Garantie geben, dass es dann wirklich konkret wird, aber ich denke mal warum würde man sich sonst so mit meiner Arbeit auseinandersetzen? Jetzt heißt es, den Text den entscheidenden Schritt nach vorne zu bringen!

Montag, 26. Mai 2014

Back to Fantasy

Jetzt werde ich mich mal wieder der Fantasy zuwenden. Da liegt so ein hübscher Stapel Papier, drüber steht "Randar 3" ...

Bisher habe ich mich lange im Science-Fiction-Genre bewegt: Major General Ryan Miller war wieder auf einer Mission (Kurzgeschichte) und die Romanidee wurde vervollständigt: Das Setting ist definiert, die diverse Personen wurden ins Leben gerufen und natürlich die Story geformt - jetzt muss das Science -Thema erst mal ruhen. Mit dem Schluss der Story bin ich noch nicht so zufrieden oder besser gesagt, der ist noch sehr offen gehalten, aber das muss jetzt nicht auf Biegen und Brechen erzwungen werden. Ist auch spannend dann zu schauen, wohin einen die Reise während des Schreibens führt. :)

Bei mir wird das mehr Fiction als Science, so sehe ich das auch als Leser. Wie ist das bei euch: Plausibel technisch erklärte Zukunftstechnologien oder eher "Weltraumabenteuer"?

Mittwoch, 16. April 2014

Science-Fiction-Kurzgeschichte zum Weltentor 2014 - Wettbewerb eingereicht

Eine Weiterbildung zum Thema Steuerrecht hat mich in den letzten Monaten beharrlich von der Tastatur ferngehalten, aber das ist nun vorbei und ich bin froh, mich nach diesem trockenen Thema entweder wieder in die fantastische Welt der Magie, Fabelwesen und Heldentum oder in die unendlichen Weiten des Weltraums zu Galaxien, Planeten und Raumschiffen zu begeben. Zu letzterem lag eine bereits abgeschlossene Kurzgeschichte vor (Bericht siehe hier), die nun mit Argusaugen nochmal gelesen und schließlich für den diesjährigen Weltentor 2014 - Wettbewerb eingereicht wurde.

Inhalt:


Die junge Navigatorin Armanda Rodriguez tritt zu ihrem Einsatztest auf der Seeker an und erfährt bei ihrer ersten Mission sofort, was es bedeutet, Teil eines Sondereinsatzkommandos zu sein: Der Frachter Bigbird 5185 treibt planmäßig zur Entsorgung auf einen Stern zu, als plötzlich ein Notsignal von ihm gesendet wird. Major General Ryan J. Miller und seine Crew werden mit der Überprüfung beauftragt. Dafür müssen sie an den Frachter andocken, der schon gefährlich nah am Point-of-no-return des Gravitationsfeldes des Sternes ist und tatsächlich wurde das Notsignal nicht grundlos gesendet ...


Making of:
Eine Science-Fiction-Geschichte hat mir schon lange vorgeschwebt und hiermit habe das Vorhaben in die Tat umgesetzt. Es hat viel Spaß gemacht, einmal das Terrain der Fantasy zu verlassen und sich mit völlig anderen Dingen auseinanderzusetzen. Der Ich-Erzähler, den ich auch zu schätzen gelernt habe, schied als Stilmittel hierfür von Anfang an aus. Mir schwebte die Figur des Ryan Miller vor Augen, ein einsatzerfahrener, eher verschlossener Kommandant einer kleinen Einheit, die "schwierige Fälle" zu lösen hat. Ich habe zunächst die Geschichte mit Miller als Protagonist zu erzählen begonnen, kam aber schon früh nicht wirklich weiter. Lag es am Plot? Am eigenen Backgroundwissen? Nein, es lag an der Person, dem Protagonisten! Also kam die Navigatorin Armanda ins Spiel, aus deren Sicht nun die Geschichte erzählt wird und somit kann Miller der fähige, aber unergründliche Kommandant sein, der er sein soll.
Als Antagonist kam mir als erstes eine aggressive Alien-Spezies in den Sinn, aber diese Idee wurde schnell verworfen. Zu offensichtlich, zu oft bereits gesehen/gelesen. Aber es gibt natürlich etwas, was die Crew der Seeker gehörig unter Druck setzen wird. ;)

Samstag, 18. Januar 2014

Science-Fiction-Kurzgeschichte in Arbeit

Seit geraumer Zeit habe probehalber das Fantasy-Genre verlassen und mich der Science Fiction zugewandt. Nach einer ausgiebigen Einlesephase in die unendlichen Weiten und Mysterien des Universums habe ich nun eine SciFi-Kurzgeschichte zu Papier gebracht. Zunächst hatte ich noch keine Idee für das Ende im Kopf, dann aber ist der Text schlussendlich viel zu lang geworden. Kürzen tut bekanntlich jedem Text gut, also kam nun die Schere zum Einsatz. Schweren Herzens habe ich gut ein Drittel rausgekürzt, es ist kein ganzer Storyblock weggefallen (wie beispielsweise ein späterer Einstieg in die Geschichte), sondern einzelne Szenen und durchwegs verkürzt und zusammengefasst worden. Mit dem Ergebnis bin ich soweit schon mal sehr zufrieden, aber der Text muss auf jeden Fall eine weitere Überarbeitung erfahren. Und ein finaler Titel fehlt auch noch ...

Vorläufige Inhaltsangabe:
Der Frachter Bigbird 5185 treibt planmäßig zur Entsorgung auf einen Stern zu, als plötzlich ein Notsignal von ihm gesendet wird. Major General Ryan J. Miller und seine Crew werden mit der Überprüfung beauftragt. Dafür müssen sie an den Frachter andocken, der schon gefährlich nah am Point-of-no-return des Gravitationsfeldes des Sternes ist ...