Sonntag, 25. November 2012

Volk der Schattenwelt: die Geister



Jenseits des Östlichen- bzw. Westlichen Weltenrisses wird das ohnehin raue Land immer kälter und unwirtlicher. Es ist, als würde das Land erst durch Kargheit der Tundra, dann durch Schnee und Eis jedem Wanderer unmissverständlich mitteilen, dass er hier nicht hergehört. Dennoch gibt es hier ein Volk der Schattenwelt, welches diese abgeschiedene Gegend seine Heimat nennt: die Geister.

Einen Geist außerhalb des Nordens anzutreffen ist eine wahre Seltenheit. Sie reisen nicht gerne und sind eigentlich recht friedlich, nur eines mögen sie nicht: Eindringlinge in ihr Land. Jeder, der sich in den Norden verirrt, muss mit dem erbitterten Zorn der Geister rechnen. Noch nie ist ein Angehöriger eines anderen Schattenvolkes weiter als wenige Meilen in die Tundra eingedrungen. Die sonst weit verstreuten, langsamen Geister können sich bei Bedarf rasend schnell versammeln und erbarmungslos kämpfen wenn es sein muss. Hierbei setzen sie aufgrund ihrer Form- bzw. Körperlosigkeit zum größten Teil Magie ein.

Dieses mysteriöse Volk hat unterschiedlichste Erscheinungsformen: Spuk (unsichtbarer Geist), Irrlichter, Gespenst (sichtbarer Geist), Nebelgeist (halbsichtbarer Geist), Geist in toten Bäumen oder Wasserlöchern (beseelte Orte) und vermutlich noch weitere, die unbekannt sind. Geister haben keinen Bedarf an einer Gemeinschaft, manche schließen sich unwillkürlich zusammen oder trennen sich wieder, viele wandeln allein durch ihr Land und fristen ihr Dasein ohne jede Emotion. Geister brauchen keine Nahrung und keine Luft zum Leben, ebenso wenig wie eine feste Behausung. Sie schlafen oder ruhen nicht. Geister sind sehr langlebig und können bis zu fünfhundert Jahre alt werden, manche Beseelte Orte sogar bis zu dem Doppelten.

Im Laufe der Zeit haben sie gelernt, sich mit den anderen Schattenvölkern wenigstens auf ein Mindestmaß an Austausch zu einigen, um ihr Territorium gegen die übrigen Völker auch „offiziell“ abzuschirmen. Zum Ende des sechsten Jahrtausends trifft der Geist Ga’hesh bei dem letzten Schattenkonzil dieses Jahrtausends auf das Vampirmädchen Ylrana, der Schicksalsbotin für den Übergang in den siebten Lauf der Finsternis. Bei aller Zurückgezogenheit wird auch Ga’hesh schnell klar, dass die Geister ihren Beitrag leisten müssen, soll die Schattenwelt weiter existieren. Wie hoch der Preis für Ga’hesh sein wird, weiß er noch nicht …