Sonntag, 10. April 2011

Die Magie in Randár

Nach der Erschaffung des Weltenballes aus dem Sphärenstaub stellte der Schöpfergott Ranhír fest, dass sein Werk schon bald von Magie durchdrungen wurde. Eine ungreifbare Kraft, die nicht nur die Geographie, sondern auch die Lebewesen in ihrer Entwicklung teilweise stark beeinflusste. Wie sonst ist es zu erklären, dass neben den Menschen auch noch Orks, Zwerge, Drachen, Elfen und Trolle existieren? Doch die Magie ist unparteiisch: Die bösen Ramak waren beispielsweise ebenfalls ein Ergebnis magischer Beeinflussung der Evolution. Jedes Volk nutzt die magische Kraft auf eine eigene Weise:

Die Menschen haben begonnen, sie zu studieren, niederzuschreiben und mittels Formeln und Gesten nutzbar zu machen. Wer als Kind eine Begabung für den Umgang mit der Magie aufweist (und die Familie genügend Kleingeld ihr Eigen nennt) kann an einer Magierschule die Zauberei erlernen.

Die Orks hingegen beschränken sich fast ausschließlich auf die Anrufung von Naturgeistern. Orkische Schamanen geben ihr Wissen an ausgewählte Stammesmitglieder weiter, wobei das Alter des angehenden Schamanen keine Rolle spielt, sondern vielmehr ein geeigneter Charakter. Im Gegensatz zu den Menschen wird die übernatürliche Kraft nicht zu einem bestimmten Effekt gezwungen, sondern die Geister werden zu einer Tat gebeten – diese Einfühlsamkeit würde man den grauhäutigen Wilden aus dem Karatorgebirge nicht zutrauen.

Die Zwerge sind ein Volk, welches die Magie im Grunde genommen nur indirekt nutzt. Den willentlichen Einsatz von Magie eines Zwergs hat es schon seit vielen Generationen nicht mehr gegeben. Die Tunnel der Zwerge sind von der magischen Pflanze Pal’lat durchzogen, welche ein mattes Licht ausstrahlt und somit für Beleuchtung sorgt. Der Legende nach haben Zwergenmagier ihr das Leuchten „beigebracht“, doch bewiesen werden kann das nicht.

Der Magiegebrauch von Drachen bleibt völlig unklar. Vielfach wird vermutet, dass die gewaltigen Tiere die magische Kraft zum Fliegen verwenden. Auch wird dem Feueratem eine magische Komponente nachgesagt. Da aber für einen Drachen kein Anreiz besteht, sich zu erklären, wird dies wohl immer unklar bleiben.

Die Trolle nutzen ein erstaunlich ähnliches Prinzip des Schamanismus wie die Orks. Sie haben jedoch wie die Elfen in erster Linie einen Überlebensnutzen entwickelt, so sind Trollschamanen beispielsweise mit der Unterstützung von passenden Pflanzen zu phänomenalen Heilungen in der Lage.

Die Elfen nutzen die Magie intuitiv in ihrem Alltag. Sie leben in einem Dschungelland und haben gelernt, mithilfe der Magie phänomenale körperliche Leistungen zu erbringen, beispielsweise das blitzschnelle Klettern oder das Laufen auf den Baumwipfeln.

Auch weiterhin beeinflusst die alles durchströmende magische Energie die Welt. Es bleibt abzuwarten, was sich noch mit ihrer Hilfe im Laufe der Zeit ergeben wird.

Kilian Braun