Sonntag, 16. Januar 2011

Aus der Welt Randár: die Menschen


Als der erbitterte Kampf der Götter das Land Randár verwüstete, zogen sich die Menschen in den Nordwesten des Landes zurück und bewohnen heute den westlichen Teil des Oberen Splitters. Sie gründeten ihre Siedlungen bevorzugt auf großen aber eher flachen Hügeln und errichteten darauf zunächst das Haus des „Stettmeysters“ (später Bürgermeister genannt). Die übrigen Behausungen wurden nach und nach um den Hügel herum gebaut. Im Laufe vieler Generationen wurde auf diese Weise das fruchtbare Gebiet rund um die großen Flüsse Bandanil und Durdanil besiedelt.

Die Menschen wollen und brauchen eine feste Hierarchie, an der sie sich orientieren können. Ihr Reich wird daher stets von einem König aus derselben traditionsreichen Königsfamilie regiert, welche die Nachkommen für den Thron stellt. Dem Gebieter des Menschenreiches Ulmia stehen die Fürsten der drei Fürstentümer Tarutar, Kirutar und Norotar zu Diensten, die Teile des Landes verwalten und des Königs Willen in die Tat umsetzen. Den Fürsten wiederum ist das einfache Volk untertan: Handwerker, Bauern und Händler. Hier gibt es im Grunde genommen keine Rangfolge mehr, doch bei den Menschen gilt derjenige als angesehen, der es zu einem gewissen Wohlstand gebracht hatte und diesen auch in Form von Kleidung, Haus und Hof zur Schau stellen kann. Wer von der Hand in den Mund lebt, wird von den Reichen eher als einfältiger Diener und Handlanger abgestempelt, auch wenn dies nicht selten voreilig geurteilt ist. Macht, Einfluss und Besitz spielt in den Augen der Menschen eine große Rolle.

Dank eines ausgeprägten Erfindergeistes können die Menschen einen gewissen Fortschritt vorweisen: hochwertige vielseitige Handwerkskunst, eindrucksvoller Städtebau, ein Währungssystem mit geprägten Münzen und Schuldscheinen und vieles mehr. Der Lauf der Dinge wollte es, dass vier der unzähligen kleinen Dörfer über viele Jahre hinweg zu eindrucksvollen Städten heranwuchsen, die heute mehrere Tausend Einwohner haben. Die großen Städte Ulmias wurden rasch zu den Zentren der drei Fürstentümer. Das auf der Hügelkuppe zentral gelegene Haupthaus war immer weiter ausgebaut worden und stets der Sitz des Fürsten. Ein möglichst prunkvolles und prächtiges Haupthaus, welches sich je nach Vorliebe entweder als Palast oder Burg darstellte, galt als sicheres Zeichen von Wohlstand und Reichtum.

Die Menschen erfreuen sich daran, das Land zu bestellen, Rohstoffe aus der Natur oder landwirtschaftlichen Betrieben zu gewinnen, diese zu verarbeiten und damit Handel zu treiben. Jedoch schlummert in Vielen die Habgier nach Gold und Macht und daher kommt es auch öfter zu handgreiflichen Konflikten zwischen den Fürstentümern. Ein friedliches Zusammenleben mit ihren unmittelbaren Nachbarn, den Orks aus dem riesigen Karator-Gebirge, ist ebenfalls nur schwer möglich. Die schwelenden Reibereien entwickelten sich schließlich zu einem offenen Konflikt. König Eodor wollte die Heerführung niemand anderem als seinem einzigen Sohn Eodarn überlassen, der in der „Halle des taktischen und fechterischen Kampfes zu Ulmutar“ eine ausgezeichnete Ausbildung genossen hatte. Eodarn reist in das gefährliche Grenzland und übernimmt die Verteidigung gegen die wilden Bergbewohner. Doch er ahnt nicht, welch wirkliche Herausforderung ihm noch bevorsteht …

Kilian Braun