Mittwoch, 29. Dezember 2010

Aus der Welt Randár: die Götter Ranhír & Raloth

Ranhír und Raloth sind die Götter der Welt Randár: Der eine weiß, rechtschaffen, gut und der andere schwarz, heimtückisch und böse. Der ewige Kampf zwischen Gut und Böse findet nicht nur im "Kleinen " bei den Bewohnern statt, sondern auch bei den Göttern. Und nur so kann das notwendige Gleichgewicht entstehen, um die Welt in der Waage zu halten.

Ranhír ist der Schöpfergott der Welt. Einstmals, vor etwas fünfhunderttausend Jahren, schuf Ranhír einen neuen Weltenball, in dem er mit seinen Händen aus dem allgegenwärtigen, feinen Staub von rötlicher Farbe eine Kugel formte. Welche Massen waren notwendig, einen ganzen Planeten nur aus Staub zu erschaffen? Noch heute zeigt der Rote Wind, ein einzigartiges Naturschauspiel im Karator-Gebirge, dass es den Sphärenstaub wirklich gibt. Ranhír erschuf seine Welt, hauchte ihr Leben ein und beobachtete neugierig, was geschehen würde – die Entstehung Randárs war nicht mehr aufzuhalten. Ranhír wie eine Person näher zu beschreiben wäre falsch. Inwieweit er sich zeigt, welche Form er dabei annimmt, entscheidet er nach Belieben. Selbst als er gegen sein dunkles Gegenstück vor etwa zehntausend Jahren kämpfte, war er nie vollständig zu sehen, sondern von Stürmen aus Erde, Staub und Steinen verborgen, die von dem göttlichen Kampf ausgelöst worden waren. Dennoch hat dieses Ereignis den Bewohnern Randárs gezeigt, dass es Ranhír tatsächlich gibt und er verehrungswürdig ist. Auch wenn er seit damals nie mehr in Erscheinung getreten ist (in welcher Form auch immer), haben ihn die Menschen, Orks, Elfen, Trolle, Zwerge und Drachen nicht vergessen.

Raloth ist der Schattengott und verdankt seine Existenz eigentlich nur Ranhírs Welterschaffung. Viele Jahrtausende konnte sich die Welt unbehelligt entwickeln, doch dann war ein Gegengewicht zu Ranhír vonnöten. Somit war es gewissermaßen der Schöpfergott selbst, der sich seinen Rivalen geschaffen hatte. Ob dies Zufall war oder göttlicher Plan, wird wohl immer unklar bleiben. Raloth war ursprünglich ein Ramak, verwandelte sich jedoch auf dem Höhepunkt der Macht des bösen, insektenartigen Volkes in den Gott der Dunkelheit. Dies war der Augenblick, an dem Ranhír nicht mehr länger zusehen konnte und wollte. Der verheerende Kampf der Götter mündete in die Zerschlagung der Welt, denn Ranhír konnte Raloth nicht besiegen. Er hätte dafür seine eigene Existenz auslöschen müssen. Der dunkle Gott wurde vom Weltenschöpfer an einen fernen Ort verbannt und auf einer einsamen Insel mitten in einem Berg eingekerkert. Doch obwohl er gefangen war, konnte Raloth mit seiner dunklen Aura die Umgebung derart beeinflussen und beispielsweise das Sonnenlicht auf immer hinter dem Deckmantel der Ewigen Nacht verbergen. Ranhír ließ es geschehen – ein erneutes Eingreifen hätte weitere drastische Veränderungen mit sich gebracht, und ob diese besser gewesen wären, konnte nicht einmal der Schöpfergott vorhersagen.

Raloth verweilt bis heute in seinem steinernen Gefängnis inmitten der Schattenwelt, Ranhír wacht außerhalb und körperlos darüber – jeder an seinem Platz, sechstausend Jahre lang. Doch eines Tages bricht das magische Siegel an Raloths Gefängnis und der Schattengott kann bereits seine dunklen Diener, die Ramak, in die Lichtwelt entsenden. Das Abwehren des Versuchs, das Gleichgewicht der Welt zu stören, wird zur bislang größten Herausforderung für die Völker Randárs – und ist Thema des gleichnamigen Buches :-).

Kilian Braun