Sonntag, 28. November 2010

Aus der Welt Randár: die Zwerge

Die Zwerge Randárs bewohnen den nördlichen Teil des Rechten Splitters. Das vorherrschende karge, flache Steppenland beeinträchtigt sie nicht, denn die Zwerge leben seit vielen Generationen unter der Erde. Aus Furcht vor den Drachen, ihren unmittelbaren Nachbarn im Süden des Kontinents, haben sich die Zwerge einstmals tief in die Erde eingegraben. Große und kleine Wohnhöhlen wurden errichtet und mittlerweile gibt es zahlreiche dieser sogenannten Zwergenbaue. Verbunden werden sie durch ein komplexes Tunnelsystem, sodass die Zwerge im Grunde genommen nur für die Nahrungsmittelbeschaffung auf die Oberfläche müssen. In der Tat fühlen sich Zwerge unter der Erde viel sicherer und wohler und haben es sich unter der Erde erstaunlich behaglich eingerichtet. Der größte Zwergenbau ist Zôl, in dem auch der Zwergenherrscher Zarúx seine unterirdischen Gemächer hat.

Im Reich der Zwerge, dem vermeintlich schwächsten Volk, entsteht eines Tages der verhängnisvolle Portalriss des Schattengottes Raloth, und seine grausamen Diener, die Ramak, drängen in das Land. Die schwarzhäutigen, insektenartigen Bestien verheeren das Land und verzweifelt beschließt der Zwergenkönig Zarúx, einen magischen Hilferuf zu dem Oberen Splitter, dem Land der Menschen und Orks, zu entsenden. Schon jetzt sehen sich die Zwerge einer großen Bedrohung gegenüber, doch die Geschehnisse stehen noch ganz am Anfang …

Auszug aus dem Kapitel „Im Reich der Zwerge“, Rechter Splitter, Das Reich der Zwerge

Mit einer Geste zeigte Dûrkosch auf den Boden und Eodarn erkannte nun im flachen Gras ein gut getarntes Erdloch.
„Da soll ich hinein?“, fragte er skeptisch. Aus der Tiefe des Loches glomm ein mattes Licht hervor.
„Wenn Ihr unseren Herrscher treffen wollt, ja.“ 
Mit diesen Worten schwang sich der Zwerg erstaunlich behände in das dunkle Loch hinein und verschwand mit einem rutschenden Geräusch in der Tiefe. Eodarn zögerte kurz, doch ihm blieb wohl oder übel keine andere Wahl. Etwas umständlich ließ er sich mit den Füßen voran hinab und geriet sogleich ins Schlittern. Mit einem erschrockenen Ausruf fiel er einige Schritt in die Tiefe und prallte fast mit Dûrkosch zusammen, der gerade noch zur Seite springen konnte.
„Vorsicht, ist ein wenig steil“, kommentierte der Zwerg und Eodarn verzog verdrossen das Gesicht, während er sich aufrappelte. Mit einem dumpfen Laut stieß er sich schmerzhaft den Kopf an der niedrigen Gangdecke.
„Und auch etwas flach“, ergänzte Dûrkosch und konnte sich nun ein Schmunzeln nicht verkneifen. Mit schmerzverzerrtem Gesicht rieb sich Eodarn den Hinterkopf.
„Da bin ich ja froh, dass Ihr mir das vorher gesagt habt.“

Eodarn fand sich in einem langen Gang wieder, der alle paar Schritt von einem seltsam anmutenden Licht erhellt wurde, welches lediglich von einer Pflanze auszugehen schien. Hinter Eodarn tauchten Elruk und Orun aus dem Gang auf. Die Zwerge waren offenbar wesentlich geschickter was den Abstieg anbelangte, denn die beiden waren nahezu geräuschlos hinter Eodarn aufgetaucht.

Text von Kilian Braun
Bild von Angelika Braun