Montag, 5. Juli 2010

Aus der Welt Randár: Elfen & Trolle

Diese beiden Völker bewohnen den Linken Splitter Randárs, der nahezu vollständig mit dichtem, dampfendem Dschungel bewachsen ist. Elfen und Trolle sind sich von allen übrigen Völkern her gesehen am ähnlichsten, unterscheiden sich dennoch wesentlich in etlichen Punkten.

Die Elfen leben in der nördlichen Hälfte des Linken Splitters. Hier ist der Dschungel dicht, stark und schier undurchdringlich. Die Elfen teilen den Tropenwald in drei Ebenen ein: Die untere Ebene ist der Erdboden, die obere Ebene sind die Baumwipfel und die mittlere Ebene etwa auf halber Baumhöhe der Urwaldriesen. Dort ist über die Jahrhunderte dank der Elfenmagie ein gewaltiger Teppich aus Pflanzen, Ästen und Lianen gewachsen. Die von Natur aus schönen, stolzen und ästetischen Elfen bewegen sich bevorzugt auf der mittleren Ebene fort und haben hier auch ihre Behausungen aus lebendem Holz errichtet. Sie nutzen die Magie für alltägliche Dinge, aber auch zum Kämpfen, da sie sich nur mit kurzen Holzstöcken zur Wehr setzen. In Verbindung mit magischer Kraft werden jedoch auch daraus tödliche Waffen.

Die Trolle leben im südlichen Teil des Linken Splitters. Hier weißt der Wald öfter größere Abstände zwischen den Baumgiganten auf, bisweilen sogar kleine Lichtungen und Wiesen. Folglich kann es hier keine mittlere Ebene geben. Die Trolle leben in kleinen, aus Pfahlbauten bestehenden Dörfern, um Ungeziefer und wilden Tieren das Eindringen zu erschweren. Die Trolle sind im Vergleich zu den Elfen eher gedrungene Gestalten mit überlangen Gliedmaßen. Zusammen mit einer sehr guten Körperbeherrschung sind sie hervorragende Kletterer und können sich wieselflink durch den Dschungel bewegen. In den Augen der Elfen ist die Kultur der Trolle einfältig: Sie leben am Boden in grob gefertigten Hütten und benehmen sich eher primitiv. Lernt man die Trolle jedoch näher kennen, erlebt man eine bemerkenswerte Stammeskultur voller Rituale und Schamanismus.

Elfen und Trolle leben zwar im selben Land und lieben es gleichermaßen, doch miteinander auskommen können sie nicht. Zu sehr sehen sich die Elfen als die "wahren" Waldbewohner, während die Trolle doch nur "wie Getier auf dem Boden umherkriechen". Umgekehrt sind die Elfen mit ihrer Arroganz und Überheblichkeit in den Augen der Trolle blind für die Schöpfung geworden und ihnen fehlt die echte Bindung zur Natur, welche die Trolle über ihren Schamanismus pflegen.

Das Schicksal Randárs wird auch diese beiden Völker zusammenschmieden. Ein Bruchstück der Mondsilberscheibe ruht beim Feurigen Berg des Linken Splitters, und während die Elfen einstmals das Scherbenstück gut verborgen haben, riegelten die Trolle das Gebiet um den Berg seit damals weiträumig ab, auch wenn ihnen der genaue Standort des Bruchstückes nicht bekannt ist.

Als der Mensch Eodarn und der Ork Ulrok auf ihrer Reise zu diesen beiden Naturvölkern stoßen, müssen auch diese ihre Differenzen überwinden, denn die Zeit drängt. Gemeinsam mit der Troll-Frau Ru'jin und der Waldhüterin Teloria gelingt es ihnen, das Bruchstück zu bergen - doch eine alte, urtümliche und gewaltige Sicherung der Natur wird dabei ausgelöst ...

Kilian Braun