Freitag, 26. Februar 2010

Aus der Welt Randár: die Orks


Die Heimat der Orks ist das gigantische Karator-Gebirge, welches die gesamte östliche Hälfte des Oberen Splitters von Randár einnimmt. Zwischen den monumentalen Berggipfeln gibt es zahlreiche grünende, bisweilen auch dicht bewaldete Täler, kristallklare Gebirgsseen und -flüsse sowie mit flachem Gras bewachsene Hochebenen. Das Klima des Karator-Gebirges ist rau und hart und so ist auch die Kultur der Orks. Nur wer stark ist, kann in der unwirtlichen Bergwelt dauerhaft leben: Die Starken sind ein „jemand“, die Schwachen hingegen ein „niemand“. Zwangläufig wurden so die meist körperlich schwächeren Orkfrauen in die Untergebenenrolle gedrängt, doch gibt es auch vereinzelt Orkfrauen die ebenso wie die Männer großes Ansehen genießen.

Orks sind von eher kleinerem, aber dafür kräftigem Wuchs. Sie haben eine grau-braune Hautfarbe und erstaunlicherweise trotz des rauen Klimas kaum Körperbehaarung. Sie hüllen sich daher gern in dicke Felle, deren Prächtigkeit auch ein sicheres Zeichen für Stärke und Erfolg ist. Die grobschlächtigen Bergbewohner werden von einem Herrscher angeführt, der meist durch erfolgreiche Zweikämpfe und zugleich beständigem Anspruch auf die Anführerschaft an die Spitze gelangt war. Wer ihm widerspricht, muss sich im Zweikampf stellen und in der Öffentlichkeit beweisen, dass er es würdig war, den Herrscher infrage zu stellen. Oft enden solche Herausforderungen mit dem Tod und so mancher junger, heißblütiger Ork musste sich der Schläue, Erfahrung und Gerissenheit eines vermeintlich alten, schwachen Orkherrschers beugen. So wird jedoch garantiert, dass die Orks stets einen starken und gesunden Anführer haben.

Die Kargheit des Gebirges zwang die Orks schon in grauer Vorzeit dazu, als Nomaden durch das Gebirge zu ziehen, um zu überleben. Daher schlossen sie sich gern zu einem Verbund aus mehreren Orkfamilien zusammen, den sie Clan nannten. Ein Ork-Clan wurde für gewöhnlich von den Clanältesten geleitet. Dies waren oft ehrwürdige Schamanen, die in der Heilkunst bewandert waren, mit den Naturgeistern sprechen konnten und die Geschichte des Volkes von Generation zu Generation weitertrugen. Hier galt im Normalfall nicht das Gesetz des Stärkeren, da die Alten dank ihrer Lebenserfahrung es stets verstanden, den Clan sicher durch das Gebirge zu führen. Einen Clanältesten in einem Zweikampf zu töten, konnte das Überleben des gesamten Clans gefährden, daher genossen solche altgedienten Orks besonderes Ansehen und hatten eine Art Sonderstatus. Im Laufe vieler Jahre kristallisierten sich jedoch regelmäßig frequentierte Routen und oft besuchte Orte von verschiedenen Clans heraus. So kam es, dass ein Teil der Orks an manchen solcher Orte sesshaft geworden war. Ihre Zelte ließen sie einfach eines Tages stehen und immer mehr Zelte schmiegten sich dicht an dicht nebeneinander. Irgendwann sind Tierhäute zusammengenäht worden, um die Gassen und Wege zwischen den Behausungen zu überdachen und einen gewissen Schutz gegen Sonne, Regen und Kälte zu haben – so sind die orkischen Zeltstädte entstanden. Wie viele es davon gibt, ist nur den Orks bekannt.

Die Orks entwickelten auch eine gewisse Handwerkskunst, jedoch war ihnen Feinfühligkeit nicht mit in die Wiege gelegt und daher blieb es hier auf einem sehr einfachen, aber ausreichenden Niveau. Dafür waren Orks geborene Kämpfer und Überlebenskünstler.

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In „Randár“ ist der Kriegshäuptling Ulrok der Repräsentant der Orks. Interessanterweise hat sich Ulrok bei vielen Lesern im Verlauf der Geschichte als Lieblingscharakter herausgestellt. Ob dies auch für euch gilt, müsst ihr selber herausfinden! :) 

Kilian Braun